Coronavirus in Kassel

Wegen der Corona-Pandemie: Spargel-Preis ändert sich - Auch Obst- und Gemüsehändler betroffen

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Machen sich Sorgen um die Ernte: Tom Meissner und Roland Skwarski.

Die Corona-Krise in der Region um Kassel macht auch der Spargelernte zu schaffen. Was das genau bedeutet, erzählten hessische Obsthändler.

  • Spargel-Ernte durch Coronavirus in Gefahr
  • Erntehelfer aus Osteuropa fehlen, weil die Einreise nach Deutschland derzeit verboten ist
  • Obsthändler aus der Region Kassel äußern sich zur aktuellen Situation in der Corona-Krise

Kassel - „Wann wird es denn Spargel geben?“ ist eine Frage, die Roland Skwarski aus Kassel in seinem Leben schon öfter gehört hat. Jetzt aber kommt eine neue Frage hinzu, die, ob es denn überhaupt welchen geben wird. Die Antwort: „Ja, allerdings gibt es weniger, und die Preise werden damit höher.“ Gemüse- und Obsthändler wie er und Tom Meissner bekommen bereits jetzt zu spüren, was es heißt, dass aufgrund der Coronakrise keine Erntehelfer mehr ins Land dürfen.

Corona-Krise in Kassel: Weniger Umsatz durch Spargel- und Erdbeerverkauf

„Wir rechnen damit, dass wir mit Spargel und Erdbeeren dieses Jahr deutlich weniger als die Hälfte der Umsätze machen wie in normalen Jahren“, so Skwarski, der als Seniorchef seinen Sohn unterstützt. Deshalb wird es einige Änderungen geben. Die Stände werden statt an fünf bis sechs Tagen nur noch von Donnerstag bis Samstag geöffnet sein.

Auch kann man jetzt telefonisch vorbestellen und den Spargel am nächsten Tag am gewünschten Stand abholen. Der Verkauf startet am morgigen Donnerstag, 2. April. Allerdings müssen die Kunden damit rechnen, tiefer in die Tasche zu greifen. „Ich rechne damit, dass wir die günstigste Sorte nicht mehr unter 10 Euro pro Kilo anbieten können.“

Corona-Krise in Kassel: Auch Fruchthandel betroffen

Tom Meissner von T. Meissner Fruchthandel trifft der Ausfall aufgrund seiner breiten Produktpalette und seines Kundenstammes nicht ganz so hart in der Corona-Krise. Trotzdem: „In den vergangenen 14 Tagen haben wir 30 Prozent weniger Menge als üblich bewegt.“ Während die Abnahme von Supermärkten höher ist, sei das Geschäft im Bereich Restaurants und Großküchen komplett eingebrochen. Der Mangel an Erntehelfern treffe nicht nur Spargel- und Erdbeerbauern.

Auch bei anderen Sorten, die jetzt gepflanzt werden, wie etwa Radieschen, Kohlrabi und bunten Salaten, könnte es Versorgungsengpässe geben, sagt Meissner. Schnell mal etwa anderes anbauen, könnten Landwirte nicht so einfach: „Beim Spargel geht das aufgrund der bereits getätigten Investitionen und geleisteten Arbeit nicht.“ Da nützten auch die Subventionen des Landes Hessen nichts. Die seien gedacht, um einige Monate zu überbrücken, nicht um die Einkünfte aus einer Ernte zu ersetzen.

Corona-Krise in Kassel: Einzige Lösung ist Einreise der Erntehelfer

Beide Händler sehen als einzige Lösung, dass Erntehelfer wieder einreisen dürfen. „Die Lkw-Fahrer kommen ja auch mit ihren Waren rein, warum dann nicht auch die Erntehelfer?“, fragt Meissner. Natürlich helfe es, dass die vorhandenen Saisonarbeiter nun länger und auch auf verschiedenen Höfen arbeiten dürften.

Aber trotzdem fehlten schlicht Kräfte. „Auch wenn es genug Deutsche geben würde: aus Erfahrung wissen wir, dass viele der Belastung nicht lange standhalten. Auch sind sie viel weniger effizient“, sagt Skwarski. Die unerfahrenen Mitarbeiter müssen erst eingearbeitet werden.

Wegen den verschärften Einreisebedingungen aufgrund des Coronavirus fehlen die Erntehelfer in der Region rund um Kassel. 150 Menschen aus der Region Kassel haben sich gemeldet, um die fehlenden Erntehelfer wegen des Coronavirus zu ersetzen.

Von Michaela Pflug

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