Abstandsregeln wurden missachtet

Großaufgebot wegen Corona - Polizei sperrt Teile der Friedrich-Ebert-Straße

Corona: Die Polizei sorgt mit einem Großaufgebot für die Einhaltung der Corona-Auflagen. Massive Präsenz, Sperrungen und Schließungen sind dafür nötig.
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Kassel: Vor der Alten Hautpost stimmten Polizei und Ordnungsamt ihr Vorgehen für die Kasseler Partymeile ab.

Mit massiver Präsenz, Sperrungen und Schließungen setzten Polizei und Ordnungsamt am Samstag (04.07.2020) die Corona-Auflagen durch. Der Sommer dürfte zur echten Herausforderung werden.

  • Mit einem Großaufgebot musste die Polizei in Kassel die Corona-Auflagen durchsetzen
  • Besonders die Partymeile auf der Friedrich-Ebert-Straße war betroffen
  • Für Polizei und Ordnungsamt könnte der Sommer zur Herausforderung werden

Kassel – Wochenende auf Kassels Kneipenmeile: Nahe jeder Lokalität an der Friedrich-Ebert- und der Goethestraße bezieht die Polizei Position. Beamte sind unentwegt in Bussen und auf Motorrädern unterwegs. Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes zeigen ebenfalls Präsenz. Unter anderem am Platz vor dem Chacal, wo sich junge Leute versammelt haben.

Corona-Auflagen: Polizei sperrt einen Teil der Partymeile

Maximal Gruppen von zehn Personen, minimal 1,50 Meter Abstand: Mit einem Großaufgebot wollen Polizei und Ordnungsamt am Samstagabend (04.07.2020) diese nach wie vor wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln durchsetzen. Und jene Szenen verhindern, die sich am Wochenende zuvor dort abgespielt hatten, als Hunderte dicht an dicht vor den Kneipen gefeiert hatten. Solche Bilder bleiben zunächst aus, selbst vor den einschlägig bekannten Treffpunkten. Die Polizeipräsenz zeigt Wirkung.

Gegen Mitternacht verzeichnet die Polizei dann jedoch einen kontinuierlichen Besucherzulauf. Da wegen der vielen Menschen schließlich die Mindestabstände und Kontaktbeschränkungen nicht mehr eingehalten worden seien, hätten die Einsatzkräfte die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Westend- und Goethestraße in Kassel gesperrt, um mehr Raum zu schaffen, sagt ein Polizeisprecher.

Nur einer der beliebten abendlichen Treffpunkte in Kassel: Der Platz vor der Bar Chacal an der Goethestraße.

Polizei lässt Gaststätten in Kassel ab 1 Uhr schließen

Die Situation entspannt sich, später kommt es aber erneut zu größeren Ansammlungen, auch im Bereich vor der Alten Hauptpost. Die Menge sei nicht mehr im Einklang mit den Corona-Beschränkungen zu bringen gewesen. Auch Ansprachen seien zunehmend ignoriert worden, ohne dass dabei aber eine aggressive Grundstimmung festgestellt worden sei, so die Polizei

Deshalb entscheiden die Behörden, dass Gaststätten ab 1 Uhr schließen müssen. Menschen werden aufgefordert, die überfüllten Bereiche in Kassel zu verlassen. Ansammlungen werden aufgelöst oder verhindert.

Corona in Kassel: Polizei zieht positive Bilanz

Nach Angaben der Polizei wird durch Ansprache und Aufforderung in kurzer Zeit erreicht, dass sich größere Gruppen auflösen und eine „starke Abwanderungstendenz“ einsetzt. Derweil sind weitere Bereiche der Friedrich-Ebert-Straße – bis zur Bürgermeister-Brunner-Straße – gesperrt worden, um den Leuten das Verlassen zu ermöglichen und um weiteren Zulauf zu verhindern.

Nach dem ersten Ferienwochenende in Kassel wird aus Sicht der Polizei eine positive Bilanz für den Großeinsatz am Samstagabend (04.07.2020) gezogen. Trotz größerer Ansammlungen sei insgesamt alles friedlichen verlaufen, auch während und nach Auflösung der Gruppen, die gegen die Corona-Auflagen verstoßen hatten. Ein Großteil der Leute habe sich vernünftig verhalten, bilanziert ein Polizeisprecher am nächsten Tag.

Folgen wegen Corona weitere Großeinsätze in Kassel?

Der große Aufwand hat in dieser Nacht den gewünschten Erfolg gebracht. Nach dem gemeinsamen Appell von Stadt und Polizei sind beim gemeinsamen Einsatz die Abstandsregeln durchgesetzt worden. Die Überwachung der Situation an den Wochenenden soll wegen Corona weiter in enger Abstimmung erfolgen, heißt es.

Das erste Ferienwochenende hat aber auch klargemacht, dass dieser Sommer auf Abstand eine Herausforderung wird. Es gibt in Kassel immerhin mehr Treffpunkte als nur die Kneipenmeile.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes verhinderten den Zugang auf das Grimmwelt-Dach in Kassel.

Kassel: Polizei behält mehrere Treffpunkte im Auge

So wurde in Kassel erneut das Dach der Grimmwelt gesperrt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes verhinderten auf der Vorder- und Hinterseite den Zugang. Zudem gibt es ja auch noch die Parks und Grünanlagen. In der Goetheanlage ist ebenfalls wieder viel los gewesen.

Einerseits immer mehr Lockerungen, andererseits das Bemühen, dass die noch geltenden Corona-Beschränkungen eingehalten werden. Klubs und Diskotheken bleiben zu, Grillen und Picknicken ist aber ab heute wieder erlaubt. Die Herausforderungen für die Polizei werden also nicht weniger. (Andreas Hermann)

Weil Corona-Maßnahmen auch bei Göttingen* ignoriert wurden, kam es zu einer Körperverletzung, zu der auch die Polizei verständigt wurde.

Außerdem wurde im April eine Demo wegen Corona-Verstößen von der Polizei* aufgelöst. Die Aktivisten planen eine Klage.

Trotz Corona im Kreis Kassel: illegale Party im Wald. 300 Raver haben bis in die frühen Morgenstunden eine illegale Techno-Party im Habichtswald gefeiert. Nicht nur die Förster sind fassungslos.*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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