In der Krise helfen Herz und Humor

Corona: Wie Arzthelferinnen in diesen Tagen mit der Situation umgehen

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Stets gelassen und gut gelaunt (von links): die Arzthelferinnen Katja Mohr, Anke Röhmholdt, Sandra Leimbach und Heike Hobein.

In Summe kommen sie auf 55 Jahre Erfahrung am Arbeitsplatz. Sandra Leimbach, Katja Mohr und Anke Röhmholdt arbeiten im 17. und 18. Jahr in der Hausarztpraxis Dr. Giesler, Heike Hobein im zweiten.

Die Arzthelferinnen sind mit das Herz der Praxis in Bettenhausen, erste Anlaufstelle und Wegbegleiter für Patienten. Was die Bettenhäuser schätzen: ihre Herzlichkeit und ihren Humor.

Beides ist bei einem Besuch der Praxis an der Leipziger Straße zu spüren. Mit einem Lachen öffnet Anke Röhmholdt (48) die Tür, mit Stoffmaske und Desinfektionsflasche – die Hände werden ordentlich besprüht, von allen Seiten. Es sind veränderte Zeiten, gerade in diesen sei Humor wichtig, sagt Katja Mohr (44), auch mit bunter Maske. Corona hat das Team fest im Griff.

Sich immer wieder auf neue Situationen einstellen, das ist für die Arzthelferinnen Alltag. Und es ist genau die Abwechslung, die sie an ihrem Beruf mögen. Dinge und Menschen annehmen, wie sie sind. Auch Sandra Leimbach (51), sie lebt in Vellmar, hat stets gute Laune und für jeden „ein Sprüchlein, das von Herzen kommt“ übrig. Die Praxis von Dr. Stephan und Dr. Ute Giesler ist im Stadtteil verwurzelt. „Wir kennen viele Menschen, nehmen an ihrem Leben teil, erfahren von ihren Sorgen oder wenn Enkel geboren werden“, erzählt Katja Mohr aus Niestetal. Nur eine im Team ist in Bettenhausen aufgewachsen, Anke Röhmholdt: „Einkaufen ohne erkannt zu werden, ist schwierig für mich.“

Die Bettenhäuser sind ihnen allen zugetan. Ein Dankeschön, Pralinen oder Päckchen mit selbst gestrickten Socken gibt es nicht nur in der Krise.

Auch untereinander passt es: Sie kennen sich ewig und jede weiß, wie die andere tickt. Gemeinsam mit dem Ärzteehepaar reisen sie auch, zum Beispiel nach Berlin oder Barcelona: „Das muss dieses Jahr ausfallen.“

Doch das Virus hat mehr verändert. „Was vor drei Wochen normal war, ist es heute nicht mehr“, sagen sie. Der Betrieb ist zum Schutz aller runtergefahren. Die selbst genähten Masken ersetzen fehlende Schutzausrüstungen - „besser als nichts“, meint Sandra Leimbach. Und ergänzt schmunzelnd, dass so der Schokoladenkonsum tagsüber bei null liege, später kämen aber sämtliche Vorräte auf den Tisch.

Sie erzählen auch, wie viel Aufklärungsarbeit derzeit nötig sei. Gerade bei jenen, die zu den Risikogruppen für eine Infektion zählen. Ihnen gelte es zu erklären, worauf sie achten müssen, um sich zu schützen: „Zum Beispiel, dass Ältere im Moment besser zuhause bleiben sollten.“ Auch die Sorge um die eigene Familie sei da, sagt Heike Hobein (51) aus Fürstenhagen, sie hat vier Kinder und drei Enkel.

Trotz Corona bleibt das Credo wie eh und je: Humor nicht verlieren, gelassen bleiben. Ihre Gelassenheit sichern sie sich in der freien Zeit mit ihren Familien, bei Spaziergängen mit den Hunden, einem guten Buch oder spannenden Krimi.

Mehr Informationen zu Corona in Kassel:

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Kassel gibt es im News-Ticker.

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