Fragen und Antworten

Coronakrise in Kassel: Endlich darf man wieder auf den Spielplatz

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Konnte am Montag schon wieder betreten werden: Der große Spielplatz zwischen Landaustraße und Karlsaue in der Südstadt war gestern bereits frei von Absperrbändern und vereinzelt von Kindern besucht. 

Ab heute dürfen die Spielplätze wieder geöffnet sein. In Kassel wird das Umwelt- und Gartenamt aber mehrere Tage brauchen, bis alle 159 Plätze im Stadtgebiet sauber und sicher für den Spielspaß sind.

Mit dem Start der neuen Woche treten Lockerungen der Corona-Beschränkungen sowie finanzielle Hilfsangebote in Kraft. Dazu Fragen und Antworten:

In Hessen dürfen Spielplätze wieder genutzt werden. Warum sind etliche Spielplätze im Stadtgebiet noch gesperrt?

Das werde sich in den kommenden Tagen nach und nach ändern, teilte die Stadtverwaltung mit. Ab dem heutigen Dienstag können Kinder auf vielen Spielplätzen aber schon wieder spielen und toben. Die Stadt Kassel bittet um Verständnis, dass die Freigabe der Spielplätze nur schrittweise vonstattengehen kann. Es reiche nicht aus, einfach nur die Absperrbänder zu entfernen, erläuterte Stadtbaurat Christof Nolda. So würden sämtliche 159 Spielplätze im Stadtgebiet auch technisch überprüft, zudem würden Reinigungsarbeiten erledigt, Mängel beseitigt und Grasflächen gemäht. All das sei notwendig, weil die Flächen länger brach gelegen haben; das Umwelt- und Gartenamt habe damit eine Weile zu tun. Auch im Landkreis Kassel machen die meisten Städte und Gemeinden ab heute ihre Spielplätze wieder auf. Ebenfalls wieder geöffnet werden bislang gesperrte Parkanlagen in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen. Ein Beispiel dafür ist die Goetheanlage.

Worauf sollten Eltern achten, wenn Kinder wieder auf den Spielplatz gehen?

Stadt und Landkreis Kassel weisen darauf hin, dass die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln in Corona-Zeiten weiter gelten. Kassels Jugenddezernentin Ulrike Gote appelliert an Eltern und Aufsichtspersonen: „Achten Sie bitte darauf, dass die Kinder auch auf dem Spielplatz in wirklich sehr kleinen Gruppen spielen und Abstand zu anderen Kindern halten. Und denken Sie beim Heimkommen unbedingt an das gründliche Händewaschen.“

Wie hat sich die Zahl der Infizierten in Stadt und Landkreis entwickelt?

Von Sonntag auf Montag ist die Zahl neu festgestellter Infektionen nur leicht gestiegen, aber etwas stärker als die Zahl der Genesungsfälle. Aktuell sind in Stadt und Kreis Kassel 237 Menschen an Corona erkrankt, unter dem Strich sind das drei mehr als am Vortag. Unverändert werden acht Patienten auf Intensivstationen behandelt. Im Stadtgebiet gibt es mit Stand Montagvormittag 115 aktuelle Erkrankungsfälle (plus zwei) und im Landkreis sind derzeit 122 Menschen (plus eine Person) an Corona erkrankt.

Haben die Museen in Kassel schon wieder geöffnet?

Seit gestern ist das in Hessen prinzipiell möglich – aber der Montag ist in Kassel ohnehin Museums-Ruhetag. Darüber hinaus wird es in den Häusern der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) noch ein paar Tage dauern. „Wir bereiten uns zurzeit auf eine Öffnung ab dem 12. Mai vor“, berichtete MHK-Sprecherin Lena Pralle. Dann werde gemäß den Vorgaben maximal eine Person je 20 Quadratmeter Ausstellungsfläche eingelassen. Weiterhin geschlossen bleiben müssten aber jene Museen, die nur mit Führungen zugänglich sind – also die Schlossmuseen Weißensteinflügel, Wilhelmsthal sowie die Löwenburg. Für die Museen der Stadt Kassel stand gestern noch kein genauer Termin fest. „Die Öffnung wird derzeit aber vorbereitet“, sagte Rathaussprecher Claas Michaelis. Das gelte auch für die Grimmwelt.

Seit Montag können Anträge gestellt werden für das städtische Soforthilfeprogramm „Kopf hoch, Kassel“. Wie lief die Nachfrage am ersten Tag an?

Bis 15 Uhr waren beim Rathaus 399 Anträge eingegangen, die meisten per Online-Formular. Sie teilten sich auf in 225 Anträge von Kleinbetrieben, 148 von Soloselbstständigen sowie 26 Anträge von Vereinen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Weiterhin kamen bis zum Nachmittag rund 150 Mails sowie etliche Anrufe zum Thema herein. Die ersten Anträge wurden bereits geprüft und genehmigt, sagte OB-Referent Sascha Stiebing: „Wir wollen noch in dieser Woche die ersten Beträge auszahlen.“ Stiebing betonte, dass alle Anträge unabhängig vom Zeitpunkt der Antragstellung berücksichtigt würden.

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen und wie läuft das Antragsverfahren ab?

Bei Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs können Kleinbetriebe bis zu 5000 Euro und Soloselbstständige 2000 Euro Fördergeld bekommen, das nicht zurückgezahlt werden muss. Der Fördertopf ist mit 15 Millionen Euro dotiert. Weitere drei Millionen stehen für gemeinnützige Institutionen bereit, die finanzielle Ausfälle durch Corona bis zu 5000 Euro geltend machen können. Antragsformulare, Förderbedingungen und alle Erläuterungen sind auf der städtischen Internetseite kassel.de/kopfhoch verfügbar. Wenn Anträge direkt online gestellt werden, sei eine leichtere und auch beschleunigte Bearbeitung möglich, teilte die Pressestelle im Rathaus mit. Es könnten aber auch andere Kommunikationswege genutzt werden. Bisher habe die Online-Technik reibungslos funktioniert. Das bestätigte auch eine Stichprobe der HNA am Montag.

Gibt es in Bussen und Bahnen jetzt wieder Fahrscheinkontrollen?

Im Regionalverkehr des NVV werde das in den nächsten Wochen vermehrt der Fall sein, kündigte NVV-Sprecherin Sabine Herms an. Kontaktlose Sichtkontrollen würden in der Regel dort vorgenommen, wo der Fahrscheinverkauf möglich ist, also am Automaten oder beim Fahrer. In den Bussen würden die NVV-Partnerunternehmen so weit wie möglich zusätzliche Schutzwände einbauen, um dem Fahrpersonal die Kontrolle an der Einstiegstür zu erleichtern.

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