Coronakrise in Kassel: Weniger Infizierte müssen in eine Klinik

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Ein Patient an einem Beatmungsgerät und einem Dialysegerät: In Stadt und Landkreis Kassel hat sich der Anteil der Corona-Infizierten, die in Kliniken und Intensivstationen versorgt werden müssen, deutlich verringert.

Kein Trend, aber zumindest eine positive Momentaufnahme: Die Zahl der Infizierten, die in Kliniken behandelt werden müssen, ging in Stadt und Landkreis deutlich zurück.

Die bestätigten Corona-Infektionen nehmen auch in Stadt und Landkreis Kassel stetig zu. In der Statistik des Gesundheitsamtes sind in den vergangenen Tagen aber auch positive Entwicklungen erkennbar gewesen, was unter anderem den Krankheitsverlauf der aktuell Infizierten betrifft. Ein Überblick:

Wie viele Corona-Infizierte müssen in Kliniken oder auf Intensivstationen behandelt werden?

Das ist variabel. Jedoch fällt beim genaueren Blick in die Corona-Statistik des Gesundheitsamtes auf, dass in Stadt und Landkreis Kassel der Anteil der Schwerkranken, die in Kliniken oder auf Intensivstationen behandelt werden müssen, an den aktuell Infizierten deutlich zurückgegangen ist. Zur Veranschaulichung dazu die Werte der letzten vier Wochen:
  • Mittwoch, 1. April: 132 aktuell Infizierte, davon 18 stationär in Kliniken (13,6 Prozent) und darunter sieben mit Beatmung auf einer Intensivstation (5,3 %)
  • Mittwoch, 8. April: 132 aktuell Infizierte, davon 30 stationär (22,7 %) und darunter 15 intensiv (11,4 %)
  • Mittwoch, 15. April: 210 aktuell Infizierte, davon 43 stationär (20,5 %) und darunter 14 intensiv (6,7 %)
  • Mittwoch, 22. April: 230 aktuell Infizierte, davon 50 stationär (21,7 %) und darunter zwölf intensiv (5,2 %)
  • Mittwoch, 29. April: 272 aktuell Infizierte, davon 29 stationär (10,7 %) und darunter acht intensiv (2,9 %).

Welche Gründe gibt es für den geringeren Anteil an Schwerkranken?

„In den Krankenhäusern aus Stadt und Landkreis Kassel sowie auf den Intensivstationen ist insgesamt ein Rückgang der Covid-19-Fälle zu verzeichnen“, sagt dazu Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel. Die Frage, ob es sich dabei um einen Trend oder eine Momentaufnahme handele, müsse vorsichtig betrachtet werden. „Die Bewertung der Zahlen sollte betrachtet werden mit dem Blick 14 Tage (Inkubationszeit) in die Vergangenheit und der Überlegung, welche Maßnahmen dann ergriffen wurden“, so Müller. „Gab es zum Beispiel das Kontaktverbot oder war gerade Ostern, wo möglicherweise manche Menschen mehr Kontakt zu Familie und Freunden hatten?“

Was könnte dabei noch eine Rolle spielen?

Nach Einschätzung von Dr. Müller muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass sich ein schwerer Krankheitsverlauf nicht sofort einstellt, sondern ein paar Tage Entwicklungszeit hat. „Seit dem 2. April sind die ersten Fälle in Alten- und Pflegeheimen aufgetreten, die in den folgenden Tagen gestiegen sind. Diese Patientinnen und Patienten gehören zu den vulnerablen Personengruppen und können zum Beispiel einen Anstieg in den Krankenhäusern begründen.“

Wie hat sich die Zahl der Infizierten in Stadt und Landkreis entwickelt?

Aktuell infiziert sind in der Stadt Kassel 113 Menschen, das sind fünf weniger als am Vortag und zwölf weniger im Vergleich zu unserer letzten Veröffentlichung mit den Zahlen von Donnerstag; 275 gemeldete Fälle von Coronaerkrankungen gibt es insgesamt. 156 Menschen sind genesen, acht mehr als am Tag zuvor, 29 im Vergleich zu Donnerstag. Insgesamt sind in Kassel sechs Todesfälle auf Corona zurückzuführen. Im Landkreis Kassel sind 121 als aktuell infiziert gemeldet; insgesamt sind 338 erkrankt. 193 Menschen sind wieder gesund geworden. Die Zahl der Todesfälle hat sich am verlängerten Wochenende um zwei auf 24 erhöht. Von den aktuell 234 Infizierten in Stadt und Kreis werden 28 Personen in Krankenhäuern behandelt, acht intensiv.

Wer ist eigentlich für die Einhaltung der Maskenpflicht zuständig?

Zuständig für die Kontrollen sind die Ordnungsbehörden, erklärt dazu das Hessische Sozialministerium. Verkaufspersonal und beispielsweise das Personal des öffentlichen Nahverkehrs sind demnach angehalten, die Kunden zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske aufzufordern. Die Frage stellte eine HNA-Leserin, die in einem Kasseler Postzentrum festgestellt hatte, dass die Maskenpflicht für Besucher nicht kontrolliert wird. Auf Nachfrage bei den Mitarbeitern habe sie die Antwort bekommen, man könne da auch nichts machen. Da sei jeder selbst verantwortlich. Die Leserin sagt: „Ich habe immer ein mulmiges Gefühl, wenn mir Leute aus öffentlichen Gebäuden ohne Schutzmaske entgegenkommen.“ Da hat sie recht. Nach der Corona-Verordnung des Landes haben die Betreiber von Geschäftsstellen aller Art auf das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen hinzuwirken. Das Betreten von Geschäften ist nur mit einem Mund-Nasenschutz gestattet.

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