Kriminalität

Stadt und Kreis Kassel: Straftaten in Zeiten von Corona

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Nicht ausreichend Abstand während der Coronakrise: Gegen das Kontaktverbot hat die Trinker- und Drogenszene in der Maurerstraße in der vergangenen Woche mehrfach verstoßen.

In der vergangenen Woche häuften sich die Polizeimeldungen, bei denen die Akteure betrunken waren. Der Grund dafür überrascht.

  • Zahl der Einbrüche in Kassel sinkt während Coronakrise
  • Trinker- und Drogenszene beschäftigt Polizei
  • Polizei Kassel hat Verfahren eingeleitet

Eine betrunkene Ladendiebin schlägt der Kassiererin in einem Discounter in Harleshausen die Faust ins Gesicht. Ein alkoholisierter Autofahrer wird in der Unterneustadt mit einer Kiste Bier im Fußraum seines Wagens erwischt. Ein Randalierer, der unter Alkoholeinfluss steht, tritt gegen eine Haustür im Vorderen Westen. Das sind nur drei Beispiele für Polizeimeldungen aus der vergangenen Woche, bei denen die Akteure betrunken waren.

Gibt es infolge der Coronakrise mehr Straftaten, die unter Alkoholeinfluss begangen werden? „Nein“, lautet die Antwort von Polizeisprecher Matthias Mänz. „Solche Delikte gab es im selben Ausmaß auch vor Corona. Zu normalen Zeiten wurde aber weniger darüber berichtet.“

In Kassel sinkt die Anzahl der Einbrüche während der Coronakrise

Die Pressestelle der Polizei habe jetzt Zeit, solche Fälle aufzugreifen, weil ansonsten die Kriminalität in Stadt und Landkreis massiv zurückgegangen sei. Da die meisten Menschen sich in ihren Wohnungen beziehungsweise Häusern aufhalten, sei die Zahl der Einbrüche deutlich zurückgegangen. Hier gebe es nur noch ganz vereinzelt Anzeigen, sagt Mänz.

Dadurch, dass die Kneipen geschlossen sind, gebe es derzeit auch keine Schlägereien mehr. Befürchtungen, dass wegen der Einschränkungen die häusliche Gewalt zunehmen könne, seien in Kassel bislang nicht eingetreten, sagt Mänz. Man müsse sich natürlich anschauen, wie lange die Ausgangsbeschränkungen dauern und wie sich das auf das Zusammenleben der Menschen auswirke.

Durch Corona sei auch die Zahl der Unfälle in Kassel um die Hälfte zurückgegangen. Und auf den Autobahnen gebe es keine Staus mehr, sagt Mänz.

Corona in Kassel: Polizei registriert Veränderungen

Seitdem die Bundesregierung eine Kontaktsperre verhängt hat, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, seien die Polizisten größtenteils mit „Gefahrenabwehrmaßnahmen“ beschäftigt. Das bedeutet: Die Beamten sprechen die Menschen an, die sich in der Öffentlichkeit mit mehr als zwei Personen (Ausnahme Familien) aufhalten. Das geschehe im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen etwa 100 Mal pro Tag.

Oft würde die Polizei von besorgten Bürgern darüber informiert, wenn mehrere Kinder draußen Fußball spielten oder zum Beispiel fünf Leute zusammenstehen würden. Das Meldeverhalten sei stark ausgeprägt.

Corona in Kassel: Verstöße gegen Kontaktverbot in Trinker- und Drogenszene

Immer wieder sei es in der vergangenen Woche auch zu Einsätzen in der Mauerstraße in der Innenstadt gekommen, wo sich die Kasseler Trinker- und Drogenszene trifft. Dort sei wiederholt gegen das Kontaktverbot verstoßen worden. In einigen Fällen hätten die Frauen und Männer der Szene wohl auch nichts von dem Kontaktverbot gewusst, so Mänz.

Allerdings hätten die meisten Menschen, die bislang von der Polizei wegen ihres Fehlverhaltens angesprochen worden wären, verständnisvoll reagiert und seien den Aufforderungen der Beamten nachgekommen. Bislang hätten nur 22 Platzverweise ausgesprochen werden müssen, so Mänz.

Corona: Polizei in Kassel leitet Verfahren ein

Nur in einem Fall in der Stadt Kassel hat die Polizei ein Verfahren eingeleitet. Eine Gruppe Männer habe am Stern Fußball gespielt. Als die Männer von den Beamten daraufhin angesprochen worden seien, hätten sie sehr uneinsichtig reagiert. Einer der Männer habe auch absichtlich in die Richtung eines Polizisten gehustet, so Mänz. Dieses Verhalten sei bislang aber eine Ausnahme. Die Beamten würden im Alltag auf viel Verständnis und Dankbarkeit bei den Bürgern treffen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

In Kassel ist die Nachfrage nach einer Taxi-Fahrt wegen Corona massiv eingebrochen. Die Fahrer  setzen auf Schutzmaßnahmen in den Autos und auf Lieferdienst-Aufträge.

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