Erste Flüchtlingsunterkunft im Landkreis unter Quarantäne

Coronavirus in Kassel: Infektionen steigen an Ostern

Die Zahl der aktuell an Covid-19 erkrankten Menschen im Landkreis Kassel hat sich über die Osterfeiertage noch einmal deutlich erhöht (Symbolbild).
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Die Zahl der aktuell an Covid-19 erkrankten Menschen im Landkreis Kassel hat sich über die Osterfeiertage noch einmal deutlich erhöht (Symbolbild).

Die Zahl der aktuell an Covid-19 erkrankten Menschen im Landkreis Kassel hat sich über die Osterfeiertage noch einmal deutlich erhöht.

„Seit Karfreitag ist die Zahl der Erkrankten auf 132 gestiegen“, teilt Vizelandrat Andreas Siebert am Ostermontag mit. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Corona-Pandemie 215 Menschen im Landkreis positiv auf das Virus getestet. Grund für die vielen neu Infizierten sind nach Angaben des Vizelandrats Infektionen in Senioren- und Pflegeheimen sowie der Ausbruch von Covid-19 in einer Flüchtlingsunterkunft in Baunatal-Hertingshausen.

In der Stadt Kassel ist die Zahl der gemeldeten Fälle auf insgesamt 150 gestiegen. Das sind 13 mehr als an Karfreitag. Aktuell erkrankt sind 68 Personen. Nachgewiesene Coronafälle in Senioren- und Pflegeheimen gibt es nach Angaben eines Stadtsprechers bislang nicht.

Die ersten Infektionen betrafen laut Siebert Rückkehrer aus den Risikogebieten in Italien und Österreich. Die Erkrankten seien in der Regel Menschen gewesen, die keiner Risikogruppe angehörten. „Seit der letzten Woche haben wir die ersten Fälle in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, in denen Menschen aus der Risikogruppe leben und wo es untereinander häufiger engeren Kontakt gibt“, sagt Siebert. Daher steige die Zahl der Neuinfektionen und leider auch die Zahl der Todesopfer. „Wir müssen abwarten, wie sich die Erkrankung bei Altenheimbewohnern, Patienten und Pflegepersonal entwickelt – für eine Entwarnung ist es auf jeden Fall zu früh.“

Die Menschen in der Region hätten sich über die Osterfeiertage vorbildlich verhalten und sich fast alle an die Hygienevorgaben gehalten. Siebert: „Das war und bleibt nötig, um die Zahl der Erkrankungen nicht noch weiter steigen zu lassen.“

Am Samstag war in einer Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises für Flüchtlinge in Baunatal-Hertingshausen Quarantäne angeordnet worden. „Bei einem der 62 Bewohner wurde eine Erkrankung bestätigt“, sagt Siebert. Da die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften auf engem Raum miteinander lebten, gelte die Quarantäne für die gesamte Unterkunft. Alle Bewohner seien mittlerweile auf eine Covid-19-Erkrankung getestet worden. „Wir haben derzeit 19 positiv getestete Menschen, die in der Unterkunft leben“, berichtet der Vizelandrat.

Coronavirus in Stadt und Kreis Kassel: 13 Todesfälle seit Ausbruch

Aktuell sind 200 Menschen in Stadt und Landkreis Kassel an Covid-19 erkrankt. Die Zahl der bestätigten neuen Fälle stieg seit Karfreitag in Kassel um 13 und im Landkreis um 45 Fälle. Seit Beginn der Pandemie sind damit 365 Personen nachweislich an Covid-19 erkrankt, von denen 152 mittlerweile wieder genesen sind.

„Leider ist die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 im Landkreis weiter auf zehn gestiegen, davon fünf Menschen, die in Alten- Pflege- und Seniorenwohnheimen im Landkreis Kassel lebten“, teilt Vizelandrat Andreas Siebert mit. In der Stadt Kassel liegt die Zahl der Todesfälle indes unverändert bei drei. „Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen – wir wissen, dass es eine schwere Zeit für alle ist“, drückt Siebert sein Bedauern aus.

Im Landkreis sind neben der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Baunatal-Hertingshausen, Senioreneinrichtungen in Schauenburg-Elgershausen, in Lohfelden, in Helsa und in Calden betroffen. In Schauenburg und Lohfelden ist auch Pflegepersonal positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Auch in der DRK-Klinik Kaufungen, im Evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen in Hofgeismar und einer weiteren Gesundheitseinrichtung im Altkreis Hofgeismar haben sich Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

35 Personen werden in Krankenhäusern in Stadt und Landkreis Kassel behandelt. Darunter sind auch die sechs französischen Patienten, die seit dem 3. April in Kassel versorgt werden. 35 der 12 infizierten Personen liegen auf Intensivstationen.

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