Interview

Corona: Diese Kasseler Firma heißt wie das Virus aus China

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Geschäftsführer Bernd Fischer von der Kasseler Firma Corona-Zahntechnik.

Die Kasseler Zahntechnikfirma Corona ist derzeit in aller Munde. Sie heißt wie das Virus, das die Welt in Atem hält. Geschäftsführer Bernd Fischer musste sich schon einiges anhören.

  • Zahntechnikfirma aus Kassel heißt wie Virus aus China
  • Coronavirus ist auch dort ein Thema
  • Vorsichtsmaßnahmen für Schutz vor Grippe getroffen

Herr Fischer, was mussten Sie sich schon alles anhören, seitdem das Corona-Virus in China ausgebrochen ist?

Bekannte mit schwarzem Humor fragten: „Na, habt ihr in China eine Zweigstelle aufgemacht?“ Oder sie scherzten: „Ihr expandiert aber gerade richtig.“ Solche Späße gibt es schon. Aber natürlich weiß jeder, dass das, was die Menschen in China durchmachen, nicht lustig ist. Es kann trotzdem sein, dass Menschen unseren Firmennamen nun besser im Gedächtnis behalten. Das können wir nicht beeinflussen.

Wie kommt es, dass Ihre Firma Corona heißt?

Das liegt nahe. „Corona“ heißt auf Griechisch Krone. In unserem Fall steht es für die Überkronung eines Zahnes. Das Virus wurde so genannt, weil es wie eine Krone auf der Körperzelle sitzt und sie umschließt. In der Struktur sieht es kronenartig aus. Unsere Firma gibt es schon seit 50 Jahren. Vor 25 Jahren wurde sie in Corona umbenannt.

In China sind Sie aber nicht tätig?

Nein, wir sind ein mittelständischer Betrieb mit 28 Mitarbeitern und arbeiten vor allem mit Zahnärzten in der Region zusammen. Bis nach Thüringen sind wir tätig.

Corona: Firma aus Kassel heißt wie Virus - Zur Begrüßung wird nicht die Hand gegeben

Die normale Grippe breitet sich ebenfalls gerade aus. Sind bei Ihnen auch viele Leute krank?

Nein, das erstaunt mich. Für die Jahreszeit ist das unüblich. Allerdings haben wir auch Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So sollen sich unsere Mitarbeiter morgens zur Begrüßung erst einmal nicht die Hand geben. Denn genau so wird die Grippe in vielen Fällen übertragen. Niemand sollte jetzt sauer sein, wenn er das Gefühl hat, er würde von seinen Kollegen nicht mehr angemessen begrüßt. Spätestens im Sommer geben wir uns wieder die Hand.

Wie wird es Ihrer Ansicht nach mit dem Corona-Virus weitergehen?

Das ist schwierig. Am Anfang hieß es von den chinesischen Behörden, das Virus sei nur für Leute gefährlich, die schon angegriffen seien. Doch dann ist der Arzt, der das Virus entdeckt hat und dem man einen Maulkorb verpasst hat, mit nur 34 Jahren gestorben. China ist ein kommunistisches Land. Das muss man immer bedenken. Wahrscheinlich ist das, was wir derzeit mitbekommen, nur die Spitze des Eisbergs. Gerade wurde in Barcelona die weltgrößte Mobilfunkmesse wegen des Corona-Virus abgesagt. Ich habe das Gefühl, dass das Ganze noch eine andere Größenordnung bekommen wird, als wir bislang glauben.

Zahntechnik-Firma aus Kassel heißt "Corona" - Bier als Geschenk?

Rauchen Sie eigentlich Corona-Zigarren?

Nein, ich bin Nichtraucher. Allerdings hat mich mal jemand auf das mexikanische Bier aufmerksam gemacht, das Corona heißt. Es ist ein bisschen teurer, schmeckt aber wie normales Bier. Erst haben wir überlegt, dass wir das Geschäftskunden schenken können. Aber zu ihnen passt etwas Gediegeneres besser. Vor Weihnachten gibt es darum Wein als Präsent.

Von Matthias Lohr

Inhaber von China-Restaurants in Kassel leiden seit Ausbruch des Coronavirus unter sinkenden Gästezahlen. Eine Sache ärgert einen Gastronom besonders. Das Coronavirus breitet sich nun auch in Deutschland immer weiter aus, auch in Kassel die Angst spürbar.

Währen die Firma Corona-Zahntechnik in Kassel nur die Namensgleichheit mit dem Corona-Virus teilt, hat es eine Firma in Bayern hart getroffen: In der Webasto-Firmenzentrale in Stockdorf hatte eine Mitarbeiterin aus China das Virus. Die 1000 Angestellten mussten im Homeoffice arbeiten - das hatte auch Auswirkungen auf die Gastronomie im Ort.

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