Einschränkungen wegen Corona: Die meisten halten sich in Kassel an die Regeln

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Kontrolle in der Karlsaue: Die Polizei drehte am Wochenende regelmäßig ihre Runden in den Kasseler Parks, um zu schauen, ob sich die Menschen an die Abstandsregeln halten.

Das schöne Wetter hat die Menschen trotz Corona am Wochenende ins Freie gelockt. Allerdings deutlich weniger als sonst. Das Gros hielt sich dabei an die Abstandsregeln.

Moshem Khosravani, Betreiber der Strandbar am Bugasee, ist am Sonntag zufrieden. Die Kunden, die sich bei ihm am Kiosk ein Eis oder ein Getränk kauften, hätten sich zu 90 Prozent an die Abstandsregeln gehalten. „Letztes Wochenende war das viel schwieriger. Da haben alle gedrängelt“, sagt der Gastronom. Deshalb habe er anschließend Ärger mit dem Ordnungsamt und der Polizei bekommen. Khosravani ist sich sicher, dass die Bußgelder (bis zu 5000 Euro), die ab diesem Wochenende fällig sind, wenn man sich nicht an die Regeln hält, zu dem veränderten Verhalten geführt haben. Zudem fahre die Polizei alle fünf Minuten an seinem Kiosk vorbei, um zu schauen, dass alles korrekt ablaufe.

Was ist aber nun erlaubt und was nicht? Zunächst hieß es am Wochenende, sonnen sei erlaubt, picknicken aber nicht. Nach Angaben von Jens Heine, Polizeiführer vom Dienst im Polizeipräsidium Nordhessen, dürfen allerdings bis zu zwei Personen zusammen Grillen und Picknicken. Familien und häuslichen Gemeinschaft ist das auch gestattet.

Bis zum Sonntagnachmittag hatte die Polizei in der Stadt Kassel 24 Corona-Einsätze, so Heine. In diesen Fällen hätten Bürger die Polizei angerufen und zum Beispiel mitgeteilt, dass Kinder Fußball spielen oder Erwachsene zusammen Alkohol trinken. In den meisten Fällen seien die Menschen einsichtig gewesen und hätten die Ansammlungen sofort aufgelöst. Ob von den Betroffenen jemand ein Bußgeld zahlen musste, darüber konnte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen. Laut Heine würde sich aber der Großteil der Menschen an die Abstandsregeln halten.

Häusliche Gemeinschaft: (von links) Cida, Lia, Fernanda, Mikael, Maikon und Paloma.

Ob das erlaubt ist? Vier Frauen und zwei Männer sitzen am Samstag auf der Karlswiese, um etwas zu trinken. „Wir arbeiten alle zusammen in einer Eisdiele und leben in einer WG“, klärte Paloma auf, die wie ihre Mitbewohner aus Brasilien stammt. Also seien sie eine häusliche Gemeinschaft und dürften somit zusammen picknicken. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte jeder 200 Euro Bußgeld zahlen müssen. Angst hätten sie wegen Corona nicht, erklären die jungen Leute.

Sonnen in der Karlsaue: Angela Bache und Hülya Esmer trafen sich am Samstag.

Angela Bache und Hülya Esmer aus Kassel sind da schon vorsichtiger. Die beiden Freundinnen treffen sich zwar regelmäßig, aber haben keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen. „Wenn jeder Abstand hält, dann können wir auch weiter rausgehen“, sagt Bache. Ein Ausgangsverbot mag sich die Frau gar nicht vorstellen. Wenn das passiere, würden viele depressiv werden. Es sei eine schwierige Situation für alle, sagt Esmer. Sie habe keinen Kontakt zu ihrer Familie, nur zu ihrem Sohn. Ihre 86-jährige Mutter sehe sie gar nicht. „Ich stelle ihr nur die Einkäufe vor die Tür.“

Sportlich: Die Stand-Up-Paddler Sarah und René (hinten) sowie Santana Sueli, die eine Hantel stemmte.

Santana Sueli aus Kassel geht derzeit mit ihrem Freund Anton nur zwei Mal in der Woche vor die Tür. Gestern Nachmittag ist das Paar am Strand des Bugasees. Die junge Frau trainiert dort mit einer Langhantel, ihr Freund schaut zu. „Sonst gehe ich ins Fitnessstudio. Das ist ja jetzt geschlossen.“

Ob auf dem Bugagelände oder in der Karlsaue: Viele Menschen, die dort am Wochenende unterwegs sind, betätigen sich sportlich: René und Sarah aus Kassel zeigen zum Beispiel ihr Können beim Stand-Up-Paddling. Jogger und Radfahrer drehen ihre Runden. Auch im Kampf gegen die Corona-Pfunde. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Zwei Männer grillen. Aber zu zweit ist das ja erlaubt.

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