Ganz leicht zur eigenen Maske: Selber Mundbedeckung nähen – eine Anleitung

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Selber Mund- und Nasen-Maske nähen: Kira Kimm von Soki bietet auf ihrer Webseite kostenfrei eine Nähanleitung an, die wir hier abbilden.

Wer kann, der näht sich dieser Tage seine eigene Mund- und Nasen-Maske, um sich und andere zu schützen. Wir erklären, wie's geht.

Corona: Ganz leicht zur eigenen Maske – eine Anleitung

Schritt 1: Zwei 90 Zentimeter lange Schrägstreifen, ein kleines Stück Draht und einen Baumwollstoff von 17x35 Zentimetern bereitlegen.
Schritt 1: Zwei 90 Zentimeter lange Schrägstreifen, ein kleines Stück Draht und einen Baumwollstoff von 17x35 Zentimetern bereitlegen. © soki Label & Store
Schritt 2: Den Draht in der Mitte auf den Stoff platzieren und aufnähen.
Schritt 2: Den Draht in der Mitte auf den Stoff platzieren und aufnähen. © soki Label & Store
Schritt 3: Den Stoff in den Bruch legen und die untere Kante zusteppen.
Schritt 3: Den Stoff in den Bruch legen und die untere Kante zusteppen. © soki Label & Store
Schritt 4: Die Nahtzugabe auseinander bügeln.
Schritt 4: Die Nahtzugabe auseinander bügeln. © so ki Label & Store
Schritt 5: Den Stoff auf rechts wenden und glatt bügeln.
Schritt 5: Den Stoff auf rechts wenden und glatt bügeln. © soki Label & Store
Schritt 6: In drei gleichmäßige Falten legen und vom Nasen-Draht ausgehend nach unten falten.
Schritt 6: In drei gleichmäßige Falten legen und vom Nasen-Draht ausgehend nach unten falten. © soki Label & Store
Schritt 7: Die Bindebänder absteppen und mittig die Maske mit einfassen.
Schritt 7: Die Bindebänder absteppen und mittig die Maske mit einfassen. © soki Label & Store
Das fertige Produkt: Wer geübt im Nähen ist, kann in 15 bis 30 Minuten eine fertige Mund- und Nasen-Maske in den Händen halten.
Das fertige Produkt: Wer geübt im Nähen ist, kann in 15 bis 30 Minuten eine fertige Mund- und Nasen-Maske in den Händen halten. © soki Label & Store

Wer nicht nähen kann, muss trotzdem nicht darauf verzichten. Viele Privatleute, aber auch Geschäfte fertigen derzeit im Akkord Masken an. Wir stellen einige Initiativen vor. Nachahmer willkommen!

  • Desiree Kirchhof und ihre Kollegin Melanie Groß arbeiten eigentlich an der Ernst-Abbe-Schule in Kaufungen. Derzeit sind sie durch die Notfallbetreuung aber großteils zu Hause und wollten etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen. Da sie noch Stoffreste hatten, fingen sie an, Prototypen für Masken herzustellen.„Eigentlich hatten wir es gar nicht im großen Stil geplant“, sagt Kirchhof. Doch mittlerweile produzieren die beiden Frauen bis zu 100 Masken am Tag. 330 haben sie bereits kostenlos ausgegeben. Die Schutzmasken sind aus Baumwolle gefertigt, den Stoff kaufen sie oder bekommen sie von Privatleuten gespendet. Die Masken legen sie jeden Morgen in eine Box vor der Tür zur Abholung. „Wir halten die Menschen an, keinen Mundschutz zu hamstern“, sagt Kirchhof. Unter mundschutz-kaufungen@web.de kann man mit den beiden in Kontakt treten, wenn man eine Maske benötigt oder Stoff spenden will.
  • Bei Soki wird normalerweise nachhaltige Streetwear aus Bio-Baumwolle und upgecycelter Bettwäsche hergestellt. Doch im Moment sitzt Inhaberin Kira Kimm mit zwei Mitarbeiterin in ihrem Atelier und näht Mund- und Nasen-Masken. Auf ihrer Webseite kann man die Masken für 9,90 Euro vorbestellen und dann entweder zusenden lassen oder an der Tür des Ladens abholen. „Wir haben bisher über 200 Bestellungen“, sagt Kimm. Sie bietet auf der Webseite auch kostenlos ein Schnittmuster zum herunterladen an, falls man selber nähen möchte. „Es geht ja darum, dass möglichst viele Menschen so einen Schutz in Anspruch nehmen können“, sagt Kimm. soki-store.de
  • Modedesignerin Sandra Hochhaus bietet mit ihrem Label magsky normalerweise maßgeschneiderte Bekleidung an. Doch im Moment gibt es hauptsächlich Bedarf an Schutzkleidung. Deshalb arbeiten derzeit sieben Näherinnen im Atelier an Mund- und Nasen-Masken, das sind vier mehr als in normalen Zeiten. „Wir arbeiten an einem Großauftrag mit 600 Masken“, sagt Marcus Hochhaus, weitere 150 Masken seien bestellt. Zum Beispiel Handwerksfirmen seien auf Mund- und Nasen-Masken angewiesen, wenn ihre Mitarbeiter auf Montage gingen. Doch auch Laufkundschaft kann bedient werden. Im Schaufenster sind nun die Masken aus Baumwolle zu sehen, die aus der Tür heraus für 12 Euro verkauft werden. Im nächsten Schritt will das Ehepaar mit der Produktion von Ganzkörper-Schutzanzügen beginnen. magsky.de
  • Unter dem Motto „Nähen heißt helfen“ ruft der Landkreis Kassel zu einer Hilfsaktion zur Produktion von Behelfsmasken auf, da insbesondere Pflegedienste und Seniorenheime deutlich mehr Schutzausrüstung brauchen, als momentan verfügbar ist. Vizelandrat Andreas Siebert wendet sich daher mit einem Appell an die Menschen im Landkreis und bittet darum, Behelfsmasken zu nähen. Eine detaillierte Anleitung mit Bildern für jeden Arbeitsschritt kann ab sofort auf der Internetseite des Landkreises heruntergeladen werden. „Wir haben im Landkreis Kassel 48 Senioreneinrichtungen und etwa 70 Pflegedienste“, betont Siebert. „Auch wenn das Land Hessen die Zuteilung von Schutzausstattung avisiert hat, werden diese Lieferungen wohl nur sehr begrenzt reichen.“ Fertige Masken können bei allen Rathäusern im Landkreis Kassel abgegeben werden. Der Landkreis wird diese dann an Pflegeeinrichtungen weiterleiten. landkreiskassel.de

Wichtig: Bei allen „Behelfs-Mund-Nase-Schutzmasken“ (BMNS) gilt: Sie können das Risiko der Übertragung reduzieren, indem sie die Verteilung von Tröpfchen verhindern, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Sie sind aber kein zuverlässiger Schutz vor einer Ansteckung. Deshalb gilt auch mit Maske: Abstand halten und immer gründlich die Hände waschen.

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