Krebspatienten gehören zur Risikogruppe

Klinikum Kassel: Chemotherapien finden trotz Corona statt

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Finden weiter statt: Chemotherapien werden nach Angaben des K linikums Kassel fortgesetzt. Das Foto zeigt einen Patienten in einer onkologischen Arztpraxis in Berlin.

Krebspatienten zählen zu jener Gruppe, für die eine Coronavirus-Infektion besonders gefährlich ist. Besorgt sind vor allem diejenigen, die eine Chemotherapie erhalten. Ist sie derzeit zu gefährlich?

Gerüchten, dass Therapien ausgesetzt würden, widerspricht das Klinikum: „Am Klinikum Kassel und am Zentrum für Medizinische Versorgung werden auch trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie alle Therapien für Krebspatienten mit Blick auf die aktuellen Leitlinien vollumfänglich durchgeführt“, teilt Pressesprecherin Nina McDonagh auf HNA-Anfrage mit. Dazu zählten neben der Chemotherapie auch die modernen, zielgerichteten Immuntherapieverfahren, alle kurzfristig notwendigen Krebsoperationen und endoskopische Eingriffe sowie die Strahlentherapie.

Erst kürzlich habe man einen neuen Linearbeschleuniger in Betrieb genommen, mit dem alle Patienten mit einer Krebserkrankung ohne Einschränkungen behandelt würden. „Insbesondere bei der Chemo- und Strahlentherapie werden zu Beginn feste Zyklen definiert, die eingehalten werden müssen, um einen Behandlungserfolg sicherzustellen. Daran halten wir uns natürlich“, stellt McDonagh klar. Auch bei der notwendigen Diagnostik (diagnostische und interventionelle Endoskopie, Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie) gebe es keine Einschränkungen. Krebspatienten seien immunsupprimiert und gehörten damit zur Corona-Risikogruppe. „Schon allein aus diesem Grund haben wir alle nötigen Maßnahmen getroffen, um bei ihnen und unseren Beschäftigten eine Infektion zu vermeiden“, sagt McDonagh. Patienten mit einer Covid-19-Infektion seien strikt getrennt von allen anderen Patienten untergebracht.

Auf Wunsch einiger Patienten, die aufgrund einer früher behandelten Krebserkrankung in der Nachsorge seien, verschiebe man vereinzelt Termine für reine Kontrolluntersuchungen, teilt die Sprecherin mit: „Allerdings erfolgt dies nur, wenn es keinen Hinweis auf eine aktuelle Behandlungsnotwendigkeit gibt.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht grundlegend zu verschieben. „Bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus“, informiert die DGHO. Bei Patienten mit chronischer und gut beherrschter Krebskrankheit könne individuell über eine Therapieverschiebung entschieden werden.

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