Produktion läuft wieder

Mercedes in Kassel verlängert Kurzarbeit

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Die Produktion im Kasseler Mercedes-Benz Achsenwerk ist unter Berücksichtigung besonderer Schutzmaßnahmen wieder angelaufen.

Die Produktion im Mercedes-Werk in Kassel läuft wieder. Trotzdem verlängert das Werk die Kurzarbeit.

Die Bänder im Kasseler Mercedes-Benz Achsenwerk laufen wieder. Seit dem 23. März hatte die Produktion dort wegen der Corona-Pandemie geruht. Seit dem 20. April wird am hiesigen Standort schrittweise wieder gearbeitet. Die Kurzarbeit, die seit dem 6. April gilt, wird laut dem Betriebsratsvorsitzenden Jörg Lorz noch für den Monat Mai verlängert.

Oberste Priorität beim Neustart habe der Gesundheitsschutz der rund 2900 Mitarbeiter am Standort gehabt, so Lorz und Werkleiter Prof. Dr. Frank Lehmann einhellig. „Wir haben im Vorfeld jeden einzelnen Arbeitsplatz im Werk geprüft“, erläutert Lehmann. Wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Beschäftigten nicht gewährleistet gewesen sei, seien Vorkehrungen wie beispielsweise die Montage von Schutzwänden getroffen worden.

Wo das aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich gewesen sei, herrsche Maskenpflicht. Am ersten Arbeitstag am vergangenen Montag wurden dem Werkleiter zufolge alle Mitarbeiter mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet und geschult. „Damit die Mitarbeiter beim Schichtwechsel nicht aufeinandertreffen, wurden die Schichten entkoppelt“, so Lorz. Zwischen Ende und Anfang lägen nun 30 bis 60 Minuten, ergänzt Lehmann. „Um den Kontakt in den Umkleidekabinen zu reduzieren, sind die Mitarbeiter angehalten, möglichst schon in Arbeitskleidung zu kommen.“ Ausnahmen könnten so auf die Kabinen verteilt werden, so Lehmann.

In Pausen- und Besprechungsräumen sowie in der Kantine sei die Bestuhlung verringert worden. „Außerdem appellieren wir an alle, keine Fahrgemeinschaften zu bilden, sondern allein mit dem Auto anzufahren.“ Das Wichtigste, so Lorz, sei die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. „Da ist natürlich auch die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gefordert – innerhalb wie außerhalb des Betriebs“, sagt Lehmann.

Die Versorgung mit den zur Produktion notwendigen Teilen ist ihm zufolge trotz aller Einschränkungen sichergestellt. „Wir arbeiten derzeit bestehende Aufträge ab“, so Lehmann. „Es war ein gut vorbereiteter Start. Wir sind guter Dinge.“ Wie der Markt sich weiter entwickelt, sei schwer einzuschätzen. „Kassel arbeitet für Kunden im Bereich Pkw, Lkw, Transporter, Bus und G-Klasse. In den verschiedenen Feldern zeichnen sich sehr unterschiedliche Bilder ab.“ Deshalb fahre das Werk zunächst auf Sicht.

Dazu gehört auch die Entscheidung, die Kurzarbeit für den Mai zu verlängern. Der Betriebsrat habe eine Aufzahlung zum Kurzarbeitsgeld regeln können, betont Lorz. Abhängig von der Höhe des Arbeitsausfalls wird demnach das monatliche Nettoentgelt zwischen 80,5 bis 90 Prozent abgesichert. „Es gilt – mit ordentlich Abstand – zusammenzustehen. So werden wir durch diese Zeit kommen“, so Lorz.

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