Gute Noten in Disziplin 

Reibungsloser Start: So lief die Rückkehr in die Schule – Kunden halten sich an Maskenpflicht

+
Freudiges Wiedersehen: Schulleiter Stefan Alsenz von der Herderschule mit seiner Tutorengruppe. Am ersten Tag trugen alle einen Pullover, den der Deutsch-Leistungskurs entworfen hatte.

Die Rückkehr der Abschlussklassen in den weiterführenden Schulen lief am Montag recht geräuschlos und diszipliniert. Auch in den Geschäften und in Bussen und Bahnen gab es keine Probleme.

Sie habe durchweg positive Rückmeldungen aus den Schulen erhalten, sagt die stellvertretende Schulamtsleiterin Sabine Schäfer. Die Schüler hätten sich überwiegend an die Abstandsregeln gehalten. Eine Lieferung mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln sei rechtzeitig eingetroffen.

An der Herderschule in der Unterneustadt zeigten sich viele Schüler froh darüber, dass der Betrieb in der Schule wieder anläuft. „Wir haben alle gemerkt, wie wichtig es war, sich wiederzusehen“, erklärt Schulleiter Stefan Alsenz. So gut wie alle Schüler kamen maskiert zur Schule, obwohl dies in Hessen nicht verpflichtend ist. Das dauerhafte Tragen der Masken sei „gewöhnungsbedürftig“.

Die Phase der Beschulung zu Hause habe sich bei einigen Schülern als problematisch erwiesen, so Alsenz. Ein großes Hemmnis sei das schlechte Netz auf dem flachen Land. Videoübertragungen würden regelmäßig abbrechen.

Joachim Bollmann, Leiter des Goethe-Gymnasiums sprach von einem „soliden Start“. Es gebe noch Optimierungsbedarf. In seiner Schule hätte etwa die Hälfte der Schüler Masken getragen.

Diszipliniert zeigten sich auch die meisten Kunden von Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr. Sie müssen seit gestern Maske tragen, wenn sie mit Bus und Tram fahren oder einkaufen. Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hessen-Nord, sagt: „Die große Mehrheit der Menschen hält sich an die Maskenpflicht.“

Viele Geschäfte haben vor ihrem Laden einen Mitarbeiter postiert, der die Kunden auf die geltenden Maßnahmen hinweist. Ohne Maske lassen sich daher viele Geschäfte schon gar nicht betreten. „Der Einzelhandel ist da sehr sensibel“, sagt Schüller. Der Grund ist klar: „Wenn es nicht funktioniert, sind die Läden bald wieder dicht.“

Auch die Kasseler Verkehrsgesellschaft meldete: fast alles in Ordnung.

Maskenpflicht in Geschäften: Die meisten halten sich an die Regeln

Die Kasseler Innenstadt ist am Montag wieder gut besucht. Ein überwiegender Teil der Passanten trägt einen zumeist blauen oder weißen Mund-Nase-Schutz, selbst genähte Masken oder auch Schals. Die Maskenpflicht ist in Kassel angekommen.

Weil viele Menschen sich ihre Masken selbst nähen, herrscht in den Stoffhandlungen momentan Hochbetrieb. Vor dem Bela in der Opernstraße warten schon einige Kunden. „Schauen sie mal, das haben wir noch übrig“, sagt Mitarbeiterin Jutta Wassel und zeigt auf ein Regal, in dem nur noch vereinzelte bunte Stoffballen liegen. Gewebte Baumwolle sollte man verwenden, sagt Wassel weiter. Einfarbige weiße oder schwarze Stoffe habe sie momentan nicht mehr vorrätig. „Versuchen sie mal in der Stadt ein Gummizug zu bekommen, die sind alle ausverkauft.“

Im Kletterkogel liegen bereits am Eingang Masken und Desinfektionssprays aus. So ist dafür gesorgt, dass die Maskenpflicht eingehalten wird. Mitarbeiter Daniel Laube berichtet, dass Schlauchschals derzeit als Alternative zur Maske sehr gefragt sind

In den Straßenbahnen und Bussen halten sich die meisten Fahrgäste an die Maskenpflicht. Nur vereinzelt sind Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Und nahezu alle Fahrgäste halten Abstand, sofern das möglich ist. Das ist nun auch wieder deutlich leichter zu bewerkstelligen, da die KVG die Taktung in großen Teilen normalisiert hat. Bis auf einige wenige Ausnahmen fahren Busse und Bahnen wieder nach regulärem Fahrplan.

Am ersten Tag der Maskenpflicht zieht Heidi Hamdad, Pressesprecherin der KVG, eine positive Bilanz. „Fast alle Fahrgäste haben sich an die Verpflichtung gehalten. Es gab nur wenige Ausnahmen.“ Außerdem stellt sie fest: „Die Fahrgäste sind gut informiert.“

Das bestätigen auch die Anfragen in einigen Märkten von Edeka, Rewe, Aldi und Tegut. Die meisten Kunden seien verständnisvoll. „Es läuft super, die Kunden nehmen die Masken sehr gut an“, sagt Andreas Sebera, Edeka-Marktleiter in Kassel. Er hat Sicherheitspersonal vor seinem Geschäft postiert. „Die verkaufen Masken für einen Euro, an alle, die keine haben.“

Im Rewe-Markt von Jörn Berszinski in Kassel gab es einen Kunden, der den Markt ohne Maske betreten hat. „Wir haben ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen und ihm gesagt, dass er beim nächsten Mal eine Maske tragen muss“, sagt Berszinski.

Einige Kunden loben die Märkte sogar für die Einhaltung der Maskenpflicht. So sagt Carsten Hohmann, Leiter Verkauf bei Aldi-Nord, der für Kassel zuständig ist: „Vermehrt bekommen unsere Mitarbeiter in diesen Zeiten auch Anerkennung, was natürlich gerade jetzt zusätzliche Motivation und Ansporn ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.