Andrang bleibt bisher aus

Essen gibt es derzeit nur im Beutel: Tafel in Kassel hat wieder offen

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Geben Lebensmittel vorerst nur in vorverpackten Beuteln und Plastiktüten aus: Waltraud Sonnhoff, Ehrenamtliche bei der Kasseler Tafel, und Hellmut Weiß, 2. Vorsitzender des Vereins.

Die Tafel in Kassel ist seit Dienstag wieder geöffnet – allerdings läuft auch dort in der Coronakrise alles etwas anders ab als sonst.

Es gibt einen eingeschränkten Dienst und die Kunden können sich nicht wie sonst umschauen, sondern bekommen vorverpackte Tüten und Beutel ausgehändigt, berichtet Hellmut Weiß vom Vorstand des Vereins der Kasseler Tafel.

„Wir wollen Kundenkontakt vermeiden“, erklärt er, damit die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich gehalten werden kann – vor allem auch deswegen, weil einige Kunden älter sind und somit zur Risikogruppe gehören. Man habe den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter optisch markiert und darauf geachtet, dass alle Kunden Mund und Nase bedecken.

In dieser Woche würden nur haltbare Lebensmittel ausgehändigt, ab der nächsten Woche dann auch wieder Frischwaren wie Fleisch, Molkereiprodukte, Gemüse und Obst.

Allerdings werden auch diese Lebensmittel laut Weiß in vorverpackten Tüten ausgegeben. In dieser Woche sei es zudem so geregelt, dass jeder Kunde einen Beutel erhalte – leider sei derzeit ein Aussuchen nicht möglich, wie es sonst üblich ist. Ab nächster Woche könnte es so sein, dass größere Familien auch zwei Pakete bekommen.

Am Dienstag habe alles gut funktioniert: Die Kunden hätten sich an die Regeln und das Abstandsgebot gehalten – allerdings war laut Weiß nur etwa die Hälfte der Kunden da, statt 120 etwa 50. „Teilweise vielleicht wegen der Coronagefahr, teilweise vielleicht auch, weil sie es nicht wussten, dass wir wieder offen haben“, vermutet Weiß.

Die Ausgabe laufe derzeit deutlich schneller als sonst ab, da die Kunden sich nicht umschauen und selbst auswählen. Es seien deutlich weniger Hilfskräfte nötig als sonst – es werden laut Weiß nur etwa acht pro Tag eingesetzt, auch um die Abstände wahren zu können und um Risikopatienten zu schützen. Alle Helfer seien mit Masken ausgestattet worden.

Weiß berichtet von der Dankbarkeit der Kunden: „Die meisten sind froh, dass sie überhaupt wieder etwas bei uns bekommen. Die Krise trifft die Ärmsten am schlimmsten.“

Die Baunataler-Schauenburger-Tafel bleibt vorerst auch weiterhin geschlossen, berichtet der Vereinsvorsitzende Wolfgang Rodermund. Der Vorstand befinde sich noch in der Entscheidungsfindung darüber, wann wieder geöffnet werden kann.

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