Pandemie

Trotz Corona: Auf den Baustellen in Kassel wird weiter gearbeitet

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In der Baubranche macht sich die Coronakrise noch nicht so stark bemerkbar wie in vielen anderen Bereichen. Auch auf der Baustelle der Firma Hermanns Bau im Gewerbepark Kassel-Niederzwehren wird noch gearbeitet. 

Während in vielen Unternehmen Stillstand herrscht, geht es auf vielen Baustellen in der Region trotz der Corona-Pandemie noch voran.

  • Verunsicherungen im Baugewerbe nehmen zu.
  • Viele Bauherrn melden Kurzarbeit an.
  • Coronakrise verursacht viele Probleme.

„Die meisten Firmen versuchen – unter Einhaltung der Hygienevorschriften – ganz normal weiterzuarbeiten“, sagt Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen.

„Die Auftragslage ist noch gut - trotz Coronakrise. Und wegen der guten Konjunktur hat die Branche ein Polster“, sagt Thilko Gerke, Vorsitzender des Verbands und Geschäftsführer der Kasseler Bauunternehmung Rennert GmbH. Zudem seien die Betriebe Auftragslücken zu Jahresbeginn gewohnt. „Die tatsächliche Tragweite der Krise für die Baubranche kristallisiert sich wohl erst in drei bis vier Monaten heraus.“ 

Kassel: Verunsicherung nimmt wegen Coronakrise zu

Denn die Verunsicherung bei den Bauherren nehme wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu. „Sie verschieben den Start neuer Projekte und wollen erst mal abwarten, wie sich die Lage entwickelt.“ Wie viele seiner Kollegen habe er deshalb für April Kurzarbeit angemeldet.

Das sei momentan noch kein Thema für sie, sagt Dr. Anne Fenge, Bezirksgruppenvorsitzende des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen für Nordhessen und Geschäftsführerin des Kasseler Bauunternehmens Hermanns AG. Der Auftragsbestand sei gut. „Aber wir wissen nicht, was kommt. Wir arbeiten von Tag zu Tag.“

Coronavirus: Gestörte Lieferketten könnten Probleme bereiten

Probleme könnten gestörte Lieferketten während der Corona-Pandemie bereiten, befürchten Fenge, Lieberknecht und Gerke. „Aus Italien etwa treffen überhaupt keine Lieferungen mehr ein“, berichtet Lieberknecht. Gerke sorgt sich um die Versorgung mit Produkten aus der produzierenden Industrie, etwa Stahlteile, ohne die nicht weiter gebaut werden könne. „Engpässe können auch bei Subunternehmern auftreten, etwa wenn Elektriker ihre Teile nicht mehr bekommen“, erläutert Fenge. 

Während Corona-Pandemie drohen auch personelle Engpässe

Doch nicht nur materielle, sondern auch personelle Engpässe drohen während der Ausbreitung des Coronavirus. Fenge etwa beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter aus Polen. Viele von ihnen blieben nun weg. Zum Schutz ihrer Mitarbeiter treffen Fenge und Gerke Maßnahmen. Homeoffice, wo möglich, Versorgung mit Desinfektionsmitteln und Einhaltung des Mindestanstands auf den Baustellen gehörten selbstverständlich dazu, sagen beide.

Wichtig sei nun, dass das Risiko im Fall einer Bauverzögerung nicht allein bei den Unternehmen liege und ihre Liquidität gesichert werde, sagen Fenge, Lieberknecht und Gerke.

Von Nicole Schippers

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