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Critical Mass in Kassel durfte auch ohne Anmeldung rollen - Polizei warb für Absprachen

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Von: Katja Rudolph

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Wie immer am letzten Freitag im Monat startete die Tour der Critical Mass vor dem Fridericianum.
Gemeinsam auf der Straße: Am Freitag waren mehr als 300 Critical-Mass-Teilnehmer in Kassel unterwegs. © Malmus, Pia

Ist die Critical Mass eine Veranstaltung und muss damit angemeldet werden? Um diese Frage ringen seit einem Monat die Stadt Kassel und die Anhänger des monatlichen Radkorsos. Am Freitag, 26. August, durfte er trotzdem rollen wie bisher - unangemeldet und spontan.

Kassel – „Dürfen wir denn heute fahren?“, fragte Luisa Sümmermann, als sie am Freitagabend um kurz vor 18 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Friedrichsplatz ankam, die dort bereits wartende Polizei. „Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen“, sagte Einsatzleiter Björn Scholz von der Verkehrsinspektion Kassel – und entkräftete damit die Bedenken der versammelten Fahrradfahrer, man könnte ihre „Critical Mass“ verbieten. Wie immer am letzten Freitag im Monat rollte der Korso der kritischen Radfahrer um kurz nach sechs los.

Wie berichtet, hatte die Stadt Kassel zuletzt darauf gepocht, die Critical Mass sei eine Versammlung, womit sie anmeldepflichtig würde. Das lehnt die Critical Mass ab, der der spontane Charakter der Tour unter dem Motto „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr“ wichtig ist. Die Route bestimmt dabei immer derjenige, der vorne fährt. Polizei und Ordnungsamt hingegen wünschen sich eine Absprache im Vorfeld, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

So suchte Einsatzleiter Scholz vor dem Start der Critical Mass das Gespräch mit Gilbert Sandte vom Radentscheid und warb dafür, dass zumindest für die nächsten zwei bis drei Kreuzungen ein Leitfahrer mitteilt, wo es langgehen soll. Gerade als Sandte und weitere Radfahrer darauf eingingen und einen Start Richtung Altmarkt und Fuldabrücke vereinbarten, setzte sich der Korso aber schon spontan in Bewegung – in die entgegengesetzte Richtung. „Das ist eben die Critical Mass“, kommentierte ein Teilnehmer. Dennoch verblieben Polizei und die Fahrrad-Wortführer, dass bald ein gemeinsames Gespräch mit der Stadt stattfinden solle.

Augenzeugen zufolge soll auf dem Friedrichsplatz eine Ordnungsamtsmitarbeiterin einen der rund 200 Radfahrer zur Angabe seiner Personalien gedrängt haben, weil er ihrer Ansicht nach der Versammlungsleiter sei. Schließlich durfte auch er aber als Teil der Masse losfahren. (Katja Rudolph)

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