Hunderte Besucher

Día de los Muertos: Mexikanisches Totenfest im Museum für Sepulkralkultur

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Großes Theater im Museum für Sepulkralkultur: Hatten sich bei Kostüm und Maske ins Zeug gelegt (von links). Sven und Beata Mund, Ina Lechmann, Uschi Kieburg sowie Mario Wörner. 

Kassel. Zum mexikanischen „Día de los Muertos“ kamen erneut Hunderten ins Museum für Sepulkralkultur. Es ist ein schrilles und ausgelassenes Fest voller Sinnesfreuden, das seit Jahren in Kassel gefeiert wird.

Das mit bunt geschmückten Altären bestückte Museum lädt zu allerlei Spaß und fremden Bräuchen ein. Dazu spielt eine traditionelle mexikanische Band, die Mariachi, es wird getanzt und Künstler wie der Graphic-Novel-Zeichner Felix Pestemer präsentieren ihre Arbeiten. Die können mitunter, wie Pestemers Installation „Cantina sin nombre“, in der er an die Menschen erinnert, die an der Grenze Mexikos zu den USA verschwunden sind, auch ernst und nachdenklich sein. Schließlich geht es ja um den Tod.

Das Fest, das am Samstagabend gefeiert wurde, zieht inzwischen hunderte Fans aus der gesamten Republik an. Einige, darunter viele Lateinamerikaner freuen sich schon ein ganzes Jahr lang auf das Totenfest in Kassel, den „Día de los Muertos“. Angefangen hatte alles 2008 mit einer Feier zur gleichnamigen Ausstellung, erzählt Museumsleiter Dr. Gerold Eppler. Ein Jahr darauf waren die Mexikaner mit im Boot und belebten das Fest mit ihrem Temperament. Vertreter des Konsulats gehören zu den Dauergästen. Heute ist es ein Selbstläufer. Die Zahl der Eintrittskarten sei auf 500 begrenzt worden, so Eppler, weil sonst der Andrang im Museum zu groß sei.

Brauch zum Totenfest: Die Mexikanerin Maria Erdmann-Martinez hat einen Altar für ihre Eltern gestaltet.

In Mexiko wird das Totenfest, bei dem sich Elemente der präkolumbianischen Kultur mit Formen des Christentums mischen, vom 31. Oktober bis 2. November gefeiert. „Die Seelen kommen dann aus ihren Gräbern und besuchen ihre Angehörigen“ erklärt die Mexikanerin Maria Erdmann-Martinez. Sie besuchten die Lebenden, um sich zu vergewissern, dass es ihnen gut geht. Deshalb koche man auch die Lieblingsspeisen der Toten. Maria Erdmann-Martnez hat einen in pulsierenden Farben geschmückten Altar für ihre Eltern, sowie für die Opfer der Erdbeben in Mexiko gestaltet. „Es ist ein Fest, bei dem wir uns mit unserer Vergänglichkeit beschäftigen“, sagt sie. 

Museum für Sepulkralkultur feierte mexikanisches Totenfest

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