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Darum lief ein Feuerwehrmann den Kassel Marathon in 20 Kilo schwerer Uniform

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Von: Matthias Lohr

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Fitter Feuerwehrmann: Manfred Sustrate von der Kasseler Berufsfeuerwehr bewältigte den Marathon am Sonntag in 5:29:49 Stunden – und das in einer 20 Kilogramm schweren Uniform. Im Ziel freute er sich mit seinem Kollegen Nils Wolkonski.
Fitter Feuerwehrmann: Manfred Sustrate von der Kasseler Berufsfeuerwehr bewältigte den Marathon am Sonntag in 5:29:49 Stunden – und das in einer 20 Kilogramm schweren Uniform. Im Ziel freute er sich mit seinem Kollegen Nils Wolkonski. © Privat

Früher war Manfred Sustrate ein großes Talent im Motorrad-Trial. Nun ist er Feuerwehrmann und lief den kompletten Kassel Marathon in Uniform. Er hat noch Verrückteres vor.

197 Läufer haben beim Kassel Marathon vorigen Sonntag die ganze Strecke von 42,195 Kilometern bewältigt. Die wahrscheinlich ungewöhnlichste und schwerste Kleidung trug Manfred Sustrate aus Fürstenhagen bei Uslar im Landkreis Northeim. Der 27-Jährige startete in kompletter Feuerwehrschutzausrüstung sowie mit Atemschutzgerät und kam nach 5:29:49 Stunden ins Ziel. Hier erzählt der Feuerwehrmann der Kasseler Berufsfeuerwehr, der demnächst noch eine Weiterbildung zum Notfallsanitäter beginnt und nach Ahnatal-Heckershausen zieht, wie es dazu kam und wie es ihm erging.

„Die Reaktionen, die ich an der Strecke bekommen habe, waren super. Viele Zuschauer riefen: ,Guck mal, da kommt die Feuerwehr.’ Oder: ,Die Jungs sind fit, auf die kann man sich verlassen.’ Genau darum ging es mir. Ich wollte ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehr machen.

Die persönliche Schutzausrüstung wiegt 20 Kilo, allein das Atemschutzgerät ist 12 Kilo schwer. Das habe ich die meiste Zeit auf dem Rücken getragen. Das Gewicht ist aber nicht das Schlimmste. Viel schlimmer ist der Hitzestau. Es wird einfach sehr unangenehm unter der Uniform, weil die nichts nach außen lässt. Gott sei Dank war es am Sonntag nicht so warm.

2019 bin ich mit drei Kollegen in Uniform schon mal die Staffel gelaufen. Danach dachte ich mir, dass ich ein Jahr später im Halbmarathon starte, aber dann kam Corona. Die 21 Kilometer in Uniform habe ich dieses Frühjahr beim Osterlauf in Paderborn in 1:59 geschafft. Daher wollte ich den Marathon in Kassel eigentlich in 4:15 oder 4:30 Stunden laufen. Die ersten zehn Kilometer liefen auch gut. Danach wurde mir aber klar, dass es lungentechnisch schwierig wird – wahrscheinlich auch deshalb, weil ich in der Woche vorher noch erkältet war. Am Anstieg hoch zur Berliner Brücke musste ich ab und an mal gehen. Danach lief es wieder.

Als Jugendlicher bin ich Motorrad-Trial gefahren und war sogar mal Hessenmeister. Für den Eignungstest bei der Feuerwehr habe ich mit Laufen angefangen. Die meisten Kollegen machen Kraftsport oder fahren Rad. Aber ich finde, dass man mit Laufen am besten fit bleibt. Wahrscheinlich liegt das auch in der Familie. Mein Opa ist bei 100-Kilometer-Rennen und anderen Ultraläufen gestartet.

Von meinem Wohnort in Fürstenhagen bei Uslar bin ich schon mal 102 Kilometer auf den Brocken gelaufen – ohne Feuerwehruniform. Nächstes Jahr will ich vielleicht bei einem 100-km-Rennen in Österreich und einem 100-Meilen-Lauf in Kroatien starten. In Uniform will ich auch noch mal einen Marathon laufen, dann aber unter fünf Stunden. In Ludwigshafen gibt es übrigens einen Feuerwehrmann, der schon mal mit einem 20 Kilo schweren Baumstamm Marathon gelaufen ist. Das wär nichts für mich.“  (Aufgezeichnet von Matthias Lohr)

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