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E-Scooter in Kassel: Noch drei von fünf Verleihfirmen am Markt

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Von: Katja Rudolph

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Zwei Jahre E-Scooter in Kassel: Elektrotretroller sind für die einen ein attraktives Verkehrsmittel, für die anderen ein Ärgernis im öffentlichen Straßenraum.
Zwei Jahre E-Scooter in Kassel: Elektrotretroller sind für die einen ein attraktives Verkehrsmittel, für die anderen ein Ärgernis im öffentlichen Straßenraum. © KATJA RUDOLPH

Da waren‘s nur noch drei: Von zwischenzeitlich fünf E-Scooter-Anbietern in Kassel haben inzwischen zwei aufgegeben. Eine Bestandsaufnahme.

Kassel – Seit gut zwei Jahren gibt es E-Scooter zum Ausleihen in Kassel. Im September 2020 hatte der lokale Anbieter Skooty den Verleihmarkt für Elektro-Tretroller in der Stadt eröffnet. Es folgten Schlag auf Schlag weitere Anbieter. Zeitweise waren fünf Verleihfirmen aktiv. Inzwischen haben zwei aufgegeben. Am Markt sind noch die E-Scooter von Tier, Bolt und Lime – mit zusammen mehr als 1500 Fahrzeugen.

Bereits im vergangenen Frühjahr verschwanden die grünen Roller von Skooty so überraschend, wie sie seinerzeit aufgetaucht waren. Informationen zur Einstellung des Angebots gab es keine, HNA-Anfragen wurden nicht beantwortet. Zahlreiche Nutzer blieben auf ihrem Restguthaben sitzen.

Der US-Anbieter Bird, der in Kassel im Oktober 2020 an den Start ging, hat kürzlich seinen kompletten Rückzug aus Deutschland verkündet. Die Bird-Scooter sind bereits von Kassels Straßen verschwunden. Der Verdrängungswettbewerb auf dem E-Scooter-Markt hat damit in der Stadt noch drei Überlebende. Diese zeigen sich zufrieden. Der Berliner Unternehmen Tier hat seit dem Start in Kassel vor zwei Jahren seine Flotte mehr als verdoppelt, heißt es in einer Pressemitteilung. Aktuell hält Tier demnach 800 E-Scooter vor.

Innerhalb von zwei Jahren seien damit 535 000 Fahrten absolviert worden – umgerechnet sind das 730 pro Tag. Insgesamt seien 932 000 Kilometer auf Tier-Scootern zurückgelegt worden. Die am häufigsten befahrenen Straßen sind laut Tier das Königstor in der Innenstadt und die Kölnische Straße am Hauptbahnhof. Vor allem seit der Einführung des 9-Euro-Tickets im Juni verzeichne man eine deutliche Zunahme der Fahrten in diesem Gebiet, teilt die Firma mit. „Das zeigt, dass die E-Scooter vermehrt für Fahrten zu und von ÖPNV-Stationen genutzt wurden.“ Auch die documenta dürfte allerdings ihren Teil zu der erhöhten Nachfrage beigetragen haben.

Andere Anbieter sind zurückhaltender, was die Veröffentlichung detaillierter Zahlen angeht. Es handele sich teils um wettbewerbsrelevante Daten, teilte das Unternehmen Bolt (Estland) auf HNA-Anfrage mit. Bolt ist seit Oktober 2021 Kassel vertreten. „Aktuell sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden“, teilte ein Sprecher mit. Die Nutzerzahlen hätten sich seit Jahresbeginn verdreifacht. Aktuell sei man mit 500 bis 600 Scootern im Einsatz. Jedes Fahrzeug werde etwa drei bis fünf Mal am Tag genutzt.

Der Anbieter Lime (USA) schrieb: „Unser Angebot wird von den Menschen in Kassel gut angenommen.“ ÖPNV-Haltestellen gehören laut Lime zu den am meisten angefahrenen Orten. Die Zahl der Fahrten sei am Freitagnachmittag und am Samstag besonders hoch.

Wochentags würden die Scooter vor allem zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 17 und 19 Uhr genutzt. Das zeige, dass man im Berufsverkehr „eine nachhaltige Mobilitätsoption für die erste und letzte Meile“ biete.

Die Stadt Kassel plant, den E-Scooter-Verleih künftig als Sondernutzung zu behandeln. Eine Neufassung der Sondernutzungssatzung solle im kommenden Jahr den Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden, teilte ein Rathaussprecher mit.

Von der Neuregelung erhofft die Stadt sich „eine besseren Durchsetzungs- und Sanktionsmöglichkeit“, was Verstöße beim Abstellen der Fahrzeuge angeht.

Häufig werden die Scooter auf dem Bürgersteig oder an anderen Stellen so geparkt, dass sie Fußgängern im Weg stehen. (E-Scooter)

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