Broschüre der Stadt informiert über Nutzen und Kosten

Dachgärten sind im Trend - Stadt Kassel hat im Städtevergleich noch Nachholbedarf

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Schöne Aussicht: Staatstheaterintendant Thomas Bockelmann blickt von seiner Wohnung in der Unterneustadt auf begrünte und bewachsene Dächer. Das ist schön anzusehen und gut fürs Stadtklima.

Dachgärten sind im Kommen. Allerdings könnte Kassel noch zulegen. Berlin hat 1,1 Quadratmeter an Dachgrünfläche pro Einwohner. München und Frankfurt haben bereits doppelt so viele.

„Die Begrünung von Dächern ist weder bei öffentlichen Liegenschaften noch bei privaten Investoren selbstverständlich.“ So lautet der erste Satz in der Broschüre der Stadt Kassel „Argumentationshilfe zur Förderung von Dachbegrünung“.

Warum eigentlich, möchte man fragen. Grüne Dächer findet fast jeder schön, und Dachgärten gehören sogar zu den Sehnsuchtsorten der Menschen. Dass sie sinnvoll sind – die Gebäude im Sommer kühlen und im Winter wärmen, Feinstaub binden, Oberflächenwasser speichern und nachweislich das Klima in der Stadt verbessern – ist wissenschaftlich nachgewiesen und steht außer Frage.

Sedum und Moose auf Textilsubstrat: Als modulares System können Dächer leicht begrünt werden.

Dachgärten sind im Kommen. Allerdings könnte Kassel noch zulegen. Berlin hat 1,1 Quadratmeter an Dachgrünfläche pro Einwohner. München und Frankfurt haben bereits doppelt so viele.

Für Kassel sei diese Zahl noch nicht erhoben, sagt Stadtbaurat Christof Nolda. Er räumt ein: „Wir haben immens viele Satteldächer.“ Die seien häufig ungeeignet für eine Dachbegrünung. Grundsätzlich werde das Begrünen von Flachdächern in Kassel bereits seit den 1980er-Jahren befördert, indem dies als Auflage in vielen Bebauungsplänen festgeschrieben sei.

Dachbepflanzung hält Regenwasser zurück

Michaela Ruhr-Lotze vom Umwelt- und Planungsamt ist überzeugt und begeistert von den Vorteilen der grünen Dächer: Durch eine Dachbepflanzung entstehen nicht nur neue und vielfältige Lebensräume, sie kann auch 80 Prozent des Regenwassers zurückhalten. Es wird von der Substratschicht gespeichert und von den Pflanzen verdunstet. 

Beispielsweise kann eine ein Quadratmeter große Moosmatte 20 Liter Wasser zurückhalten und verdunsten. Nolda: „Moose sind in der Lage, Feinstaub zu verstoffwechseln.“ In Trockenperioden fallen sie in einen Ruhezustand, sehen braun aus. Aber schon eine erhöhte Luftfeuchtigkeit reiche aus, dass sie wieder grün werden.

Umweltfreundlich: Die Firma Hübner in Waldau hat ihre Dächer begrünt und mit Solarzellen bestückt.

Gründächer sind etwas teurer - doch Kosten können ausgeglichen oder übertroffen werden

Zwar seien die Herstellungs- und Pflegekosten von Gründächern höher als die konventioneller Dächer, erklärt Ruhr-Lotze: „Aber Gründächer bringen Kostenvorteile mit sich, die diese Kosten ausgleichen und sogar übersteigen können.“ Beispielsweise halte ein durch Pflanzen geschütztes Dach länger, weil es vor UV-Strahlen und der Witterung besser geschützt sei. „Dachbegrünungen bieten ein großes Potenzial für eine ökologische Aufwertung auf ansonsten ungenutzten Flächen.“

Die Broschüre „Argumentationshilfe zur Förderung von Dachbegrünung“, die bei der Stadt erhältlich ist, entstand im Rahmen des Projekts „Steigerung urbaner Klimaanpassungskapazitäten durch Wissenschaft-Praxis-Kooperationen“. Es werden verschiedene Dachbegrünungssysteme und Kostenmodelle vorgestellt, und es gibt Tipps zur Pflege und vieles mehr. 

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Kommentare

kronloyalAntwort
(0)(0)

Da hat ja jemand richtig viel Ahnung vom Dachdeckerhandwerk....Wenn man evtl. wenig Ahnung hat, dann sollte man nicht jeden Beitrag kommentieren.

BolleAntwort
(0)(0)

Um beides, so wie es zwischen Überschrift und Kommentaren steht...

hae
(0)(0)

Um was geht's eigentlich?
Wie in der Überschrift um Dachgärten eine begehbare und nutzbare Dachfläche oder um Gründächer, begrünte nicht nutzbare Dachfläche.

Kommentare

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