300 Kinder machen in den Ferien bei der Kinderstadt des Daimler-Werks mit

Sternentaler mit eigener Flagge, die täglich gehisst wird. Unser Foto zeigt (von links): unten am Boden Amelie und Natalie Ghazarian (beide 6), Levi Schacht (6), Selin Erünsal (8), Lucy Müller, dahinter Nina Kotai , Alparslan Cevik, Lukas Nils Mekwinski (11), Werksleiter Ludwig Pauss, Sandra Struckmann, Jörg Dornemann und Bürgermeister Tayo Adejoro. Fotos: Malmus

Kassel. Ins Sternental darf nicht jeder hinein. Strenge Sicherheitsvorkehrungen. Entweder man hat einen Bewohner- oder beantragt einen Besucherausweis.

Und weil wir schließlich in Deutschland sind und alles seine Ordnung haben muss, erhalten nur jene einen Dauerausweis, die sich zuvor im Einwohnermeldeamt und im Finanzamt der Stadt haben registrieren lassen. Schließlich ist jedermann steuerpflichtig.

Viel Spaß beim Schminken (von links): Aylin Deli (13), Mona (6) und Maryam Mesbahi (10).

Aber wenn diese unvermeidbaren bürokratischen Hürden erst einmal genommen sind, ist es richtig klasse in dem Städtchen auf Zeit auf dem Parkplatz des Mercedes-Lkw-Achsenwerks in Kassel. Für die Dauer von zwei Wochen ist dort bereits zum neunten Mal eine Kinderstadt mit attraktivem Ferienprogramm für 300 Sechs- bis 13-Jährige entstanden, deren Eltern im Werk oder bei den befreundeten Stadtreinigern und in der Uni beschäftigt sind. Und Freunde und Nachbarskinder dürfen natürlich auch mitmachen.

Es gibt ein Rathaus mit demokratisch gewähltem Bürgermeister und Stadträten, Ordnungsamt, ein Eventbüro, Abfallentsorgung, Imbiss, Bäcker, Karibik-Bar, Deko-, Seifenkisten-, Metall- und Kunstwerkstatt, Schildermalerei, Gärtnerei, Mode-Atelier, Post, Casino, Sanitätsstation, Riesenpool und vieles mehr. Und natürlich eine Zeitungsredaktion, die die Bürger täglich mit den Nachrichten aus dem Sternental versorgt. Eben alles, was zu einer richtigen Stadt gehört. Und jeder hat einen Job, bekommt dafür Geld und gibt es aus, wo immer er es will - oder bringt es zur Bank.

Die Stadt bildet also das richtige Leben inklusive Arbeitswelt ab. Und genau das ist das Konzept des Projekts, das von der pädagogischen Leiterin Sandra Struckmann und Projektleiter Alparslan Cevik verantwortet wird.

„Gerade in der Ferienzeit stellt die Kinderbetreuung ein Problem für unsere Mitarbeiter dar. Dabei wollen wir helfen“, sagt Werksleiter Ludwig Pauss. Familienfreundliche Personalpolitik sei für Daimler ein zentrales Thema.

Junger Banker: Leonie Schüler wacht übers Geld.

In diesem Jahr ist Tayo Adejoro (12) Bürgermeister. Er hat sich mit der besten Bewerbungsrede gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Unterstützt wird er von der Ersten Stadträtin Lucy Müller (10) und dem Zweiten Stadtrat Levi Schacht (6). „Ich heiße Schacht wie Lüftungsschacht nur ohne Lüftung“, antwortet er in resolutem Ton auf die Frage nach seinem Namen.

Neben dem täglichen Leben in Sternental, das ja schon aufregend genug ist, gibt es Führungen durch das Achsenwerk, einen Besuch bei der Werksfeuerwehr, im Kasseler Kinderbauernhof, des Wassererlebnishauses in Fuldatal, eine Trainingseinheit mit Handballern der MT Melsungen und viele weitere Attraktionen.

Die Kinder sind hellauf begeistert - und die Eltern auch. „Ein tolles Konzept, eine super Organisation und alles so harmonisch - meine Tochter Carla schwärmt vom Sternental und kann es morgens kaum erwarten, hierher zu kommen“, sagt Jörg Dornemann und lobt die „beispielhafte Familienpolitik“ seines Arbeitgebers.

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