IG Metall-Warnstreik startete bei Daimler in Kassel

Kundgebung im Schneetreiben: Bei beißender Kälte waren am Donnerstagmorgen etwa 700 Daimler-Beschäftigte auf den Mercedesplatz gezogen. Stunden zuvor hatten bereits 250 Kollegen der Nachtschicht zeitweise die Arbeit niedergelegt. Fotos:  Zgoll

Kassel. Zum Auftakt einer Warnstreikwelle im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben am Donnerstag im Daimler-Achsenwerk Kassel fast 1000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Bereits nach Mitternacht, mit dem Ablauf der Friedenspflicht, hatten 250 Nachtschichtler zwei Stunden lang vor dem Werkstor gestanden. Am Morgen versammelten sich bei Schneetreiben und beißender Kälte noch einmal etwa 700 Metaller mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen zu einer Kundgebung auf dem Mercedesplatz. „Das Wetter ist genauso saumäßig wie das Angebot der Arbeitgeber“, rief Stefan Pilz, IG Metall-Vertreter im Achsenwerk, den Demonstrierenden zu.

Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld, die Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent an. Außerdem geht es um eine Bildungsteilzeit und verbesserte Regelungen zur Altersteilzeit. Mit weiteren Aktionen heute und nächste Woche wollen die Metall in Kassel Druck für ihre Forderungen machen, kündigte Oliver Dietzel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhessen, unter lautstarkem Beifall an. Falls es bis zum 20. Februar keine Einigung gebe, sei die Gewerkschaft auf einen unbefristeten Arbeitskampf eingestellt. Dietzel nannte das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite ein Almosen: Wenn die Beschäftigten der „wichtigsten und erfolgreichsten Branche im Land“ mit 2,2 Prozent mehr Geld abgefunden werden sollten, „dann frage ich mich, was dann der Rest der Republik bekommen soll“.

Als Gastredner betonte auch Carsten Bätzold, Betriebsratschef bei VW in Baunatal, die Signalwirkung eines Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie. Etwa eine Stunde dauerte die Aktion vor den Toren des Daimler-Achsenwerks, dann gingen die durchgefrorenen Teilnehmer zurück in ihre Werkshallen.

IG Metall-Warnstreik vor dem Daimlerwerk

Nordhessen ist ein Schwerpunkt der bundesweiten Warnstreikwelle, die am Freitag in Kassel weitergeführt wird: Ab 9.30 Uhr wollen die Beschäftigten bei Krauss-Maffei Wegmann an der Mombachbrücke zeitweise die Arbeit niederlegen. Fast zeitgleich, ab 9.50 Uhr, demonstrieren Gewerkschafter von Bombardier, Rheinmetall sowie weiterer Firmen im Industriepark Mittelfeld beim Nordausgang des Geländes an der Holländischen Straße. Die wird für die Dauer der Kundgebung stadteinwärts gesperrt.

Von Axel Schwarz

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