Daimler-Lkw-Achsenwerk: Zwei Mio. Achsen liefen vom Band

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Feierten gestern mit den Werkern die zweimillionste Vorderachse für schwere Daimler-Lkw (vordere Reihe von links): Abteilungsleiter Dr. Bertil Hehl, Teamleiter Christian Krüger, Dr. Frank Reintjes (Leiter Antriebsstrang weltweit), Werkleiter Ludwig Pauss, Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel und Aggregate-Chef weltweit Yaris Pürsün.

Kassel. Wenn es im Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns in Kassel etwas Größeres zu feiern gibt, merkt man das an drei Dingen:

Werker und Führungskräfte tragen stolz die gleichen T-Shirts als Ausdruck des Teamgeists, aus großen Lautsprechern tönt Rock- und Popmusik, und Appetit anregender Kantinenduft wabert durch die Produktionshalle - im jüngsten Fall der von Bratwurst und Fleischkäse mit Paprika.

Nun also war es wieder so weit: Beschäftigte und Management fanden sich in Halle 80 ein, um gemeinsam die zweimillionste Vorderachse für schwere Lkw - also für den Actros und Arocs (das große Baustellenfahrzeug) - zu feiern. Vor 28 Jahren hatte das Werk mit seinen heute gut 3100 Mitarbeitern die Produktion der neuen Vorderachsgeneration aufgenommen.

Das heutige Produkt ist im Lauf der Jahre natürlich immer wieder modifiziert und optimiert worden. So ist es deutlich leichter geworden, wird seit 1996/97 mit Scheibenbremsen versehen und lässt sich sehr viel effizienter bauen als noch zum Start. Allein in den vergangenen acht Jahren stieg die Produktivität um ein Viertel, was die Bemühungen der Kasseler um konsequente Kostenreduzierung anschaulich dokumentiert.

So lobte der Chef der weltweiten Antriebsstrang-Aktivitäten - dahinter verbergen sich Motor, Getriebe, Achsen und Gelenkwellen -, Dr. Frank Reintjes, die „hervorragende Qualität, exzellente Liefertreue und große Effizienz“ der Kasseler. „Dafür danke ich Ihnen allen“, sagte er. Yaris Pürsün, weltweit für die Aggregate verantwortlich, nannte die Kasseler ein „tolles Team, das uns nie Sorgen bereitet hat“.

Werkleiter Ludwig Pauss unterstrich nicht nur die erhebliche Steigerung von Produktivität und Stückzahlen, sondern auch die zunehmende Varianten-Vielfalt. „Das braucht viel Kompetenz, und die haben wir hier“, sagte er. Die Auslastung sei hervorragend. Er erwartet für 2015 ähnlich gute Zahlen wie im bisherigen Rekordjahr 2014, als gut 540.000 Achsen für schwere, mittlere und leichte Lkw, Transporter, Vans und das Geländefahrzeug der G-Reihe von den Bändern liefen. Hinzu kamen etwa 220.000 Gelenkwellen sowie Komponenten für Pkw.

Der Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel erinnerte daran, dass der Erfolg des Kasseler Werks vor allem auch der der Belegschaft sei. Zwar seien die einst hohen körperlichen Belastungen infolge moderner Technik stark zurückgegangen. Gleichzeitig seien die Anforderungen kontinuierlich gestiegen, was sich in zunehmendem Leistungsdruck und Stress ausdrücke. Unterm Strich seien die Arbeitsbedingungen aber spürbar besser als vor 30 Jahren, räumte er ein.

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