Team arbeitet an Belastungsgrenze

Daimler auf Rekordkurs: Achsenwerk in Kassel will Bestwerte erneut toppen

+
Voll ausgelastet: Das Werk für Lkw- und Transporterachsen kann sich vor Aufträgen kaum retten. In weiten Bereichen wird an sieben Tage die Woche gearbeitet.

Kassel. Das Lkw- und Transporter-Achsenwerk von Mercedes-Benz in Kassel eilt seit Jahren von Rekord zu Rekord und schafft 60 neue, feste Stellen.

Für 2015 peilt der Standort die Produktion von 560.000 Achsen an – 20.000 mehr als im Ausnahmejahr 2014. „Das ist eine tolle Leistung“, lobte Werkleiter Ludwig Pauss das gesamte Team während der Betriebsversammlung am Dienstag. Gleichzeitig attestierte er der Mannschaft, an der Belastungsgrenze zu arbeiten. „Das ist extrem anstrengend, was hier geleistet wird“, sagte er unter Hinweis auf Arbeitszeitmodelle mit bis zu 21 Schichten je Woche, bei denen rund um die Uhr gearbeitet wird – Samstag und Sonntag inklusive.

Riesige Herausforderung

Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel sprach von einer „großen Belastung und Riesenherausforderung“ für die Belegschaft und kündigte Schritte an, um besonders geforderte Kollegen zu entlasten. Derzeit werde darüber mit der Werkleitung verhandelt. Dennoch herrsche angesichts des wirtschaftlichen Erfolgs eine „sehr positive Grundstimmung“ im Werk.

Entlastung bringen sollen bereits ab Donnerstag 39 neue, unbefristete Jobs bringen. Dazu übernimmt das Werk befristet Beschäftigte in feste Arbeitsverhältnisse. Ihre bisherigen Stellen werden mit Zeitarbeitern aufgefüllt. Zum 1. März sollen weitere 21 Befristete in die Stammbelegschaft überführt werden, sodass diese auf gut 3000 wächst. Hinzu kommen aktuell fast 200 Zeitarbeiter. Weitere Themen der Betriebsversammlung waren das mobile Arbeiten im Verwaltungsbereich, etwa von daheim. Hier entwickeln Management und Gesamtbetriebsrat aktuell Modelle zur Umsetzung. Ziel ist die gleitende Arbeitszeit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Karriere aber auch die Umweltentlastung durch den Wegfall von Fahrten zur Arbeitsstätte. Außerdem forderte Seidel eine Regulierung des Werksvertragsmarktes. Zwar spielt dieses Thema nach seinen Angaben eine untergeordnete Rolle im Kasseler Werk. Man wolle aber die Belegschaft für dieses Thema sensibilisieren.

Sorgen bereitet dem Betriebsrat nach wie vor der personelle Überhang in der Verwaltung infolge des Verkaufs der Trailer-Achsen. Für einige der Betroffenen würden noch passende Arbeitsplätze gesucht. „Kündigungen gibt es aber nicht. Wir haben noch immer gute Lösungen gefunden“, betonte Pauss.

Ein weiteres Thema war die Flüchtlingssituation. Der Daimler-Konzern hat nicht nur eine Direktspende an die Aktion „Bild hilft“ geleistet, sondern verdoppelt Mitarbeiterspenden, die sich nach nur wenigen Tagen bereits auf eine sechsstellige Summe belaufen. Darüber hinaus sollen in jedem Werk Flüchtlinge in Form von Praktika und Sprachkursen beruflich integriert werden. Details werden gerade ausgearbeitet.

Mehr zum Mercedes-Benz Werk in Kassel finden Sie im Regiowiki.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.