Zuversichtlicher Blick nach vorn

Daimler-Werk hat ordentlich zu tun

Kassel. Das Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns in Kassel blickt auf ein Rekordjahr zurück und erwartet für 2015 eine ähnlich gute Entwicklung.

2014 ist ein gutes Jahr“, fasste Werkleiter Ludwig Pauss den Geschäftsverlauf zusammen.

Mehr als 550.000 Lkw- und Transporterachsen werden den Standort bis Jahresende verlassen haben – etwa zwei Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013. Hinzu kommen 226.000 Gelenkwellen – ebenso viele wie in 2013.

Trotz der Aufgabe der Trailer-Achsfertigung zur Jahresmitte 2015, und des damit verbundenen Verlustes von 20.000 Achsen, geht Pauss von einem stabilen Produktionsvolumen aus. Als Grund für den Ausgleich nannte der Werkleiter den Marktanteilsgewinn von Daimler bei Lkw und Transportern. Der Stuttgarter Autobauer schlägt sich derzeit weit besser als seine Konkurrenz.

Für Betriebsratsvorsitzenden Dieter Seidel Grund genug, „mit Blick auf die Beschäftigung entspannt nach vorn zu schauen“. Ebenso wichtig für seine Zuversicht ist eine bereits unterzeichnete Betriebsvereinbarung zur Standortstrategie, in der Investitionen, Produkte und Stückzahlen bis 2021 verbindlich festgeschrieben sind. „Die Zukunft des Standorts sei auf mittlere Sicht gesichert“, sagte Seidel. Auch Pauss begrüßte, dass es verlässliche Zusagen für das Werk mit seinen fast 3100 Mitarbeitern gibt.

Von der insgesamt guten Entwicklung profitiert auch die Beschäftigung. 15 der aktuell 63 befristeten Mitarbeiter werden nach Angaben Seidels zum 1. Januar in feste Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Auf ihre Stellen kommen 15 der 115 Zeitarbeiter. Sie werden durch neue Zeitarbeiter ersetzt.

Gleichwohl ist der Betriebsratschef nicht frei von Sorgen. Er kritisiert die geplante Verlagerung von 13 Stellen in der Verwaltung in eine neue Konzerntochter in Berlin sowie die Ausgliederung von Logistik-Aufgaben. Von Letzterer sind 59 Beschäftigte betroffen, die aber qualifiziert in andere Teile des Werkes wechseln. Seidel sieht aber „nach wie vor weitere Risiken hinsichtlich der Logistik“.

Pauss hält diese Befürchtungen für überzogen und verweist darauf, dass man bislang noch immer zumutbare Lösungen für die Umsetzung von Personal gefunden habe.

Wie in den Vorjahren sollen 2015 erneut 60 Millionen Euro in den Standort investiert werden. Größte Brocken sind die Achse für den schweren Lkw Actros sowie die Fertigung eines Radsatzmoduls für schwere Achsübersetzungen.

Wie berichtet, sollen am Standort Kassel bis 2021 rund 300 Stellen – möglichst über die normale Fluktuation und Altersteilzeitverträge – abgebaut werden.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © Koch

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