Mika Hänel sorgt bei den Diakonie-Kliniken für die Sterilisation der Instrumente

Mit Dampf gegen Keime

Mehrstufiges Verfahren: Mika Hänel (links) schiebt einen Container mit Instrumenten in den Sterilisator. Rechts: Ingrid Drews-Orak bereitet das OP-Besteck für die Reinigung vor. Fotos: Dowe

Kassel. Der erneute Skandal um verunreinigtes OP-Besteck am Klinikum in Fulda beunruhigt Patienten. Viele fragen sich jetzt, wie medizinische Instrumente nach dem Gebrauch in den Kliniken gereinigt werden - und ob man Infektionsrisiken danach ausschließen kann. Mika Hänel, Leiter der Zentralen Versorgungsabteilung Sterilgut (ZSVA) der Diakonie-Kliniken Kassel und Mitarbeiter der Firma Orgamed, gewährte der HNA einen Einblick in das komplexe Reinigungsverfahren, in dem die Instrumente täglich wieder aufbereitet werden.

Sechs Mitarbeiter arbeiten in der Sterilisation, die größtenteils OP-Erfahrung mitbringen und alle eine zweiwöchige Weiterbildung in der Abteilung absolviert haben. Schutzkleidung ist hier Pflicht. „Langsam erkennt auch die Politik den Bedarf an hoch qualifiziertem Personal. Deshalb ist sogar ein neuer Ausbildungsberuf als Technischer Sterilgut-Assistent im Gespräch“, weiß Hänel. Bei den Diakonie-Kliniken übernimmt Orgamed, eine Firma für medizinischen Bedarf, die professionelle Reinigung. Zunächst werden Instrumente wie Zangen und Scheren vorbereitet, indem sie geöffnet werden. „Der nächste Schritt gleicht einem Waschgang in einer hochmodernen Spülmaschine“, erklärt der Experte. Das sogenannte Reinigungsdesinfektionsgerät (RDG) übernimmt heute viele Arbeitsgänge, die früher manuell erledigt wurden. In der Maschine werden die Instrumente dann gereinigt und desinfiziert. Abschließend werden sie mit salzfreiem Wasser gespült, damit die Oberfläche nicht angegriffen wird.

Nach diesem Spülgang und einer Trocknung zeigt ein Teststreifen an, ob die Instrumente gründlich genug für die Dampfsterilisation vorgereinigt sind. Wenn dies der Fall ist, werden sie in einen Container gepackt und in den Sterilisator geschoben - dort vollzieht sich dann in einem ebenfalls mehrstufigen Prozess die eigentliche Sterilisation. Viermal wird in dem Gerät abwechselnd ein Vakuum erzeugt und mit Dampf vollgepumpt, bis alle Keime abgetötet sind. Erst nachdem der Mitarbeiter die Instrumente nach der Sterilisation nochmals kontrolliert hat, werden sie für den Gebrauch freigegeben. Hänel: „Unsere Leute sind auf dem neuesten Stand und werden fortlaufend weitergebildet. Pannen können wir uns nicht leisten.“

Von Kristin Dowe

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