„Darmkrebs ist kein Todesurteil“

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Darmspiegelung: Diese Methode ist eine der besten Früherkennungsmöglichkeiten, um Vorboten von Karzinomen zu entdecken. Zudem können mögliche Polypen direkt entfernt werden.

Prof. Dr. med. Paweł Mroczkowski über die Notwendigkeit der Darmkrebsfrüherkennung und individuelle Behandlungsoptionen

Wenn von Darmkrebs die Rede ist, sind damit in der Regel Krebserkrankungen des Dick- und Enddarms gemeint – sogenannte kolorektale Karzinome. Diese Krebsart entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg. Je früher sie erkannt wird, desto schonender ist die Behandlung und desto besser auch die Prognose. 

Vorsorgeangebote nutzen 

„Symptome wie Blut im Stuhl, Bauchkrämpfe oder Stuhlunregelmäßigkeiten können zwar viele Ursachen haben“, sagt Prof. Dr. Pawe? Mroczkowski, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Elisabeth-Krankenhaus Kassel. „Gehen Sie aber bei solchen Beschwerden immer zum Arzt – sie könnten Vorboten für Karzinome sein.“ „Nutzen Sie das Angebot der Krebsvorsorge. Frühzeitig entdeckt, ist die Erkrankung besonders gut heilbar“, betont Prof. Mroczkowski. „Wenn Sie älter als 55 Jahre sind, bieten die gesetzlichen Krankenkassen kostenfrei eine Darmspiegelung, die beste Früherkennungsmöglichkeit, an.“ 

Im Rahmen der Spiegelung können Polypen direkt entfernt und Gewebeproben untersucht werden. Im Rahmen der Diagnostik von Beschwerden ist die Koloskopie unabhängig vom Alter eine Kassenleistung. Ist Darmkrebs bereits diagnostiziert, sind zunächst Untersuchungen wichtig, die feststellen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Dazu gehören beispielweise eine

Prof. Dr. Paweł Mroczkowski

Magnetresonanztomographie des Beckens und eine Computertomographie des Bauchs und des Brustkorbs. „Im Rahmen einer Operation versuchen die Chirurgen, den tumortragenden Darmabschnitt mit dazugehörigem Lymphabfluss herauszuoperieren und die beiden gesunden Darmenden zu verbinden.“ Auch wenn der Tumor im Bereich des Enddarms liegt, kann den Patienten oft ein dauerhafter künstlicher Darmausgang erspart werden. 

Chemotherapie und Strahlentherapie

Als weitere gängige Therapieverfahren haben sich die Chemotherapie und die Strahlentherapie bewährt. Die neuesten Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Kombination nicht so häufig wie bis jetzt verwendet werden muss: Es gibt Patienten, die nur operiert werden, andere brauchen ausschließlich eine Bestrahlung oder Chemotherapie – der Enddarmkrebs bildet sich manchmal vollständig zurück, so dass keine Operation erforderlich ist. „Je weniger der Körper belastet wird, desto mehr bleibt die Lebensqualität erhalten“, so Prof. Mroczkowski. 

Gesunder Lebensstil wichtig 

„Durch einen gesunden Lebensstil können Sie viel tun, um Ihr Darmkrebs-Risiko zu senken“, appelliert Prof. Mroczkowski. „Aber eine Darmkrebsdiagnose ist kein automatisches Todesurteil. In erfahrenen Händen und mit einer individuellen Behandlung sind Sie in diesem Kampf nicht chancenlos!“ (nh)

Kontakt
Elisabeth-Krankenhaus gemeinnützige Gesellschaft mbH
Weinbergstraße 7,
34117 Kassel,
Telefon 0561 7201-0
Telefax 0561 7201-611
elisabeth.kassel@vinzenz-verbund.de
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Chirurgie – Allgemein- und Viszeralchirurgie
Telefon 0561 7201-141

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