Ab April kürzer und die Inhalte praktischer

Einfach in stabile Seitenlage: Das ändert sich bei Erste-Hilfe-Kursen

Training, um Leben zu retten: Hier übt ein angehender Feuerwehrmann die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ab April sollen die Kursinhalte komprimiert werden. Foto: dpa

Kassel. Bei der Erste-Hilfe-Ausbildung wird sich im neuen Jahr einiges ändern: Ab dem 1. April verkürzen sich die Grundkurse von zwei Tagen (16 Stunden) auf einen Tag mit neun Schulstunden.

Der eintägige Auffrischungskurs wird hingegen um eine auf neun Stunden verlängert. Diese Änderung trifft vor allem mehrere Tausend betriebliche Ersthelfer, die in Nordhessen jährlich ausgebildet werden.

„Durch die Verkürzung der Ausbildung werden hoffentlich mehr Menschen ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen“, sagt der Erste Vorsitzende des ASB Kassel-Nordhessen, Michael Hillmann. Auf die Entschlackung der Erste-Hilfe-Ausbildung hätten sich die Berufsgenossenschaft und die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe geeinigt.

Ein Grund für die Verkürzung der Ausbildungszeit seien die vereinfachten Anleitungen für viele Erste-Hilfe-Maßnahmen beispielsweise bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Auch bei der stabilen Seitenlage reichen heute drei einfache Handgriffe, um einen Bewusstlosen vor dem Ersticken zu bewahren. „Je komplexer die Regel, umso größer ist die Angst, die einen davon abhält, Erste Hilfe zu leisten“, sagt Marc Dickey, Ausbildungsleiter des Regionalverbands der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Wissenschaftliche Studien hätten zudem gezeigt, dass Kursteilnehmer nachhaltiger Erste Hilfe lernen, wenn sich der Lernstoff auf wesentliche Inhalte beschränke. Die Wiederbelebung, die Wundversorgung und die Handhabung eines Laien-Defibrillators (AED), der lebensrettende Stromstöße an das Herz abgibt, werden von den Kursteilnehmern weiterhin erlernt. „Die AED hängen ja mittlerweile in vielen öffentlichen Gebäuden und Firmen“, sagt Dickey.

Die Verkürzung des Grundkurses komme auch den Firmen entgegen, die ihre betrieblichen Ersthelfer nun nicht mehr zwei Tage für die Erste-Hilfe-Ausbildung freistellen müssen, erläutert der Ausbildungsbeauftragte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Kassel, Marc Jordan.

Der ASB gehe davon aus, dass auch die bislang achtstündigen Kurse für Führerscheinbewerber im nächsten Jahr abgeschafft werden. Stattdessen sollten die Fahrschüler künftig ebenfalls Grundkurse, die nicht mehr nur auf Situationen im Straßenverkehr abgestimmt sind, besuchen. Dabei erlernen auch die Führerscheinbewerber, was im Notfall beispielsweise auch bei einem Schlaganfall zu tun ist. Dann gebe es – bis auf die Auffrischungskurse – einen Kurs für alle. (hei)

Archivvideo: Erste Hilfe ganz einfach

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