Kritik von Pro Bahn

Das Ende der roten Busse? NVV setzt auf neue Modelle und Farben

Neuer grüner Bus des NVV
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So sehen die neuen Busse aus: Dieses Modell testet der NVV auf mehreren Strecken.

Wer aus dem Umland per Bus nach Kassel kommt, nutzt bislang dafür Fahrzeuge in der Signalfarbe Rot. Das soll sich nach und nach ändern.

Kassel – Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hat bereits den ersten Prototypen einer neuen Busgeneration vorgestellt. Dieser erinnert an das Design der Regiotram und ist in dezenten Grün-, Grau- und Blautönen gehalten. Wer genau hinschaut, erkennt eine stilisierte Mittelgebirgslandschaft und Märchenmotive.

Der Fahrgastverband Pro Bahn Nordhessen empfindet das nicht als Fortschritt. Im Gegenteil. Es sei sehr bedauerlich, dass die gewohnten roten Busse, die einen guten Kontrast zum blauen Design der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) darstellen, nun aus dem Stadt- und Landschaftsbild verschwinden sollen, sagen Thomas Kraft und Ewald Biedenbach vom Vorstand des Fahrgastverbandes. Gerade im ländlichen Raum sei die rote Farbe ein gutes Erkennungsmerkmal gewesen.

Das geplante Design mindere dagegen die Wahrnehmung der Busse. Insbesondere bei trübem Wetter wirke das eher traurig. Für die Werbewirkung und die Attraktivität seien frische, auffällige Farben sehr viel besser.

Das sieht der NVV anders. Über Geschmack lasse sich immer streiten, daher werde sich keine Optik finden, die allen gefällt, sagt NVV-Geschäftsführer Steffen Müller. Nach nunmehr 25 roten Jahren habe man sich im Busbereich für eine farbliche Veränderung in der Außengestaltung und für eine neue Struktur im Innenbereich entschieden. Ganz wichtig: Dabei habe man auf die Wünsche der Nutzer reagiert, die im regelmäßig erhobenen Kundenbarometer zum Ausdruck gekommen seien.

Doch auch da gibt es Kritik des Fahrgastverbandes. Der findet den niedrigen Einstieg zwar gut, moniert aber Stufen zwischen dem Mehrzweckbereich und den Sitzplätzen im hinteren Bereich. Das sei für Ältere und Menschen mit Behinderungen nicht gut. Deshalb spricht sich der Verband dafür aus, nachzubessern und die Farbgebung zu überdenken.

Gerade auf eine gute Nutzbarkeit habe man besonderen Wert gelegt, sagt NVV-Geschäftsführer Müller. Er verweist auf den Mehrzweckbereich, der für Rollis, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder ausgeweitet worden sei. Ob das auch praxistauglich ist, muss sich zeigen.

Aktuell wird nach Angaben des NVV der erste Prototyp auf verschiedenen Strecken getestet. Weitere Fahrzeuge sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember folgen. Dabei wolle man Erfahrungen sammeln. „Hinweise und Anregungen wie die von Pro Bahn werden in die weitere Entwicklung einfließen“, sagt Steffen Müller. Auf jeden Fall werde die Busflotte modernisiert.

Von Thomas Siemon

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