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Das Hotel Hessenland geht Mitte Februar wieder in Betrieb

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Von: Axel Schwarz

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Empfangschefin Ute Hengstermann im 50er-Jahre-Foyer vom Hotel Hessenland während der documenta fifteen
Empfangschefin Ute Hengstermann im 1950er-Jahre-Foyer vom Hotel Hessenland. Sie hat schon während der documenta fifteen im Haus gearbeitet und bleibt auch beim Neustart an Bord. © Andreas Fischer

Übergangsweise managt das Kasseler Start-up „Stay awesome“ das denkmalgeschützte Hotel bis zum Beginn einer Sanierung in den nächsten Jahren. Dabei werden viele Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit umgesetzt.

Kassel – Für das Hotel Hessenland am Brüder-Grimm-Platz ist der Weiterbetrieb als Gästequartier gesichert: Mit dem Jahresbeginn hat das junge Kasseler Unternehmen „Stay awesome“ den Betrieb in dem Nachkriegs-Baudenkmal übernommen, wo zuletzt in einer Art Sonderbetrieb Teilnehmer der documenta untergebracht waren. Ab dem 16. Februar sind Zimmer im „Hessenland“ wieder fürs allgemeine Hotelpublikum buchbar – schon jetzt werden sie auf gängigen Portalen wie Booking.com, Airbnb sowie auch auf stayawesome.de angeboten.

Das charmante, aber sanierungsbedürftige Hotel ist seit 2021 im Besitz einer Gruppe von Investoren aus Kassel und Bayern. Perspektivisch wird angestrebt, den Hotelbau und angrenzende Gebäude bis zur nächsten documenta im Jahr 2027 zeitgemäß umzubauen. Bis größere Bauarbeiten starten können, soll nun das Team von „Stay awesome“ den Hotelbetrieb interimsmäßig führen. Das teilte die Coco Real GmbH aus Sonthofen als Vertreterin der Investorengemeinschaft mit.

Das Geschäft von „Stay awesome“, einem an der Uni Kassel entstandenen Start-up, sind nachhaltige Reisequartiere für ein ökosensibles Publikum. 15 auf Nachhaltigkeit getrimmte Gästeapartments betreibe die Firma bereits im Stadtgebiet und sei während des vergangenen Jahres von fünf auf 20 Mitstreiter gewachsen, sagte Mitgründer Mario von Gemünden.

Nach seinen Worten soll ins „Hessenland“ schon vor der späteren Sanierung durch wassersparende Armaturen, LED-Beleuchtung, umweltfreundliche Verbrauchsprodukte und vor allem durch eine smarte Steuer- und Regelungstechnik der Heizung deutlich mehr Nachhaltigkeit einziehen. In nicht belegten Zimmern solle etwa automatisch der Wärmebedarf gedrosselt werden. „Wir hoffen, dass wir 15 bis 25 Prozent der Heizenergie einsparen können“, sagte von Gemünden. Eine App, die gerade entwickelt werde, solle Hotelgästen zeigen, wie sich dies alles auf den eigenen ökologischen Fußabdruck auf Reisen auswirkt.

Für den interimsmäßigen Betrieb des 50er-Jahre-Hotels wird „Stay awesome“ nach eigenen Angaben kaum Personal benötigen. Zum einen würden „sämtliche Prozesse digitalisiert“, die Gäste bekämen bei bargeldloser Abrechnung unabhängigen Zugang zu Haus und Zimmern durch Türcodes. Zum anderen würden Reinigung, Wäsche sowie auch die Frühstücks-Anlieferung durch externe Dienstleister erledigt. Die Zimmerpreise liegen im Mittel bei gut 70 Euro.

In den 48 Zimmern seien einige Malerarbeiten erledigt worden, die alte Ausstattung bleibe aber weitgehend erhalten, teilten Investoren und Betreiber mit. Für „Stay awesome“ sei die Zusammenarbeit eine Chance, das Geschäftsmodell in einer größeren Gebäudeklasse zu erproben: „Wir sind stolz darauf, dass wir die Gelegenheit bekommen haben, unser Konzept von nachhaltigem Reisen im Hessenland weiterzuentwickeln“, sagte Co-Gründer Robin Bremer.

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