Unrat vor Container geschmissen

Müllproblem am Westfriedhof in Kassel

Regina Nebelung und Petra Weidtkamp stehen auf der ehemaligen Busschleife am Westfriedhof vor den Müll- und Altkleiderbehältern.
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Regina Nebelung und Petra Weidtkamp sind dafür, dass die Altpapier-, Glas- und Altkleiderbehälter auf der ehemaligen Busschleife am Westfriedhof verschwinden.

Die ehemalige Busschleife am Westfriedhof in Kassel ist ein Schandfleck. Dort stapelt sich regelmäßig Müll. Die Container sollen nun weg.

Süsterfeld-Helleböhn – Erstaunt sind sie. Erstaunt darüber, wie sauber es rund um die Müllcontainer an diesem Vormittag aussieht. „Normalerweise haben wir hier eine Müllhalde“, sagen Regina Nebelung und Petra Weidtkamp. Fotos auf ihren Smartphones beweisen, dass auf der ehemaligen Busschleife am Westfriedhof an der Heinrich-Schütz-Allee Unrat jeglicher Art abgeladen wird. Nebelung sagt: „Das ist ein Dreckplatz geworden.“

Die beiden wohnen nicht weit entfernt. Seit die Bushaltestelle direkt an die Straße verlegt wurde, habe das Müllproblem zugenommen. Den Anwohnerinnen geht es nicht nur um die überfüllten Altpapiercontainer und die davor abgestellten Kartons. Auf dem Platz werde alles mögliche entsorgt. Möbelstücke, Fernseher, Kühlschränke, Farbeimer, sie hätte sogar mal Lkw-Reifen gesehen, berichtet Weidtkamp. Spätestens bis zum Abend sähe es katastrophal aus, am schlimmsten sei es an den Wochenenden.

Weidtkamp und Nebelung denken auch an Trauernde, die auf dem Weg zum Friedhof an diesem Schandfleck vorbei müssten. Beschämend sei das. Wer nach Süsterfeld wolle, bekäme die Beschreibung, er müsse am Müllplatz vorbeifahren. Nebelung sagt: „Von dieser Seite aus ist das hier so etwas wie der Eingang zu unserem Stadtteil. Das ist schon peinlich.“

Unbekannt ist das Problem nicht. Einmal pro Tag würden dort die illegalen Ablagerungen und Beilagen entfernt, erklärt Birgit Knebel, Sprecherin der Stadtreiniger. Es sei davon auszugehen, dass nachts und an den Wochenenden „Leute in Sprintern und Lkw vorfahren, um Müll loszuwerden“, sagt Torsten Wiedelbach, Abteilungsleiter Vertrieb bei den Stadtreinigern. Das Abladen werde begünstigt durch die freie Zufahrt, die Größe des Platzes und die Anonymität.

Diese Argumente decken sich mit denen von Nebelung und Weidtkamp. Im Ortsbeirat von Süsterfeld-Helleböhn, in dem auch Nebelung für die CDU sitzt, hat das Thema für eine rege Diskussion gesorgt. Es gab Überlegungen, den Platz mit einer Kamera zu überwachen und Warnschilder aufzustellen. Weitere Vorschläge: Das Ordnungsamt sollte helfen und regelmäßig patrouillieren. Die Container sollten umgestellt werden, damit große Fahrzeuge nicht mehr direkt vorfahren können. Und, und, und. Beschlossen wurde, die Container einfach abtransportieren zu lassen.

„Die Stelle wurde seinerzeit mit dem Ortsbeirat abgestimmt“, sagt Knebel. Grundsätzlich sei es kein Problem, den Standort wieder aufzulösen. In diesem Fall handelt es sich um Papier-, Glas- und Altkleiderbehälter. Im Stadtteil gebe es genügend Alternativen, sagt Nebelung. Hauptsache, der Dreckplatz verschwindet. (Robin Lipke)

Schandfleck: Am Westfriedhof wird alles mögliche entsorgt.
Alles dabei: Müll wird einfach vor die Container geworfen.

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