Göttinger Hochschule will zur 275-Jahr-Feier Elite-Status verteidigen

Historisches Kleinod: Bis 1933 wurden im Karzer Studenten arrestiert, die über die Stränge geschlagen hatten. Foto:  pid

Göttingen. Für die Universität Göttingen wird 2012 ein besonders spannendes und ereignisreiches Jahr: Die traditionsreiche Hochschule will im kommenden Jahr nicht nur ihren 275. Geburtstag feiern, sondern auch ihren Status als Elite-Uni verteidigen.

Im Juni 2012 wollen die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat entscheiden, welche Hochschulen weitere Fördermittel aus der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erhalten. Universitätspräsidentin Professor Ulrike Beisiegel hofft, dass Göttingen auch in der zweiten Phase des Förderprogramms zu den Auserwählten gehört: „Das wäre das allerschönste Jubiläumsgeschenk für uns.“

Die Georg-August-Universität steht dabei im Wettbewerb mit 15 weiteren Hochschulen, deren Zukunftskonzept für die Endrunde ausgewählt wurde. 2007 hatte es Göttingen als einzige Hochschule in Niedersachsen geschafft, in den Kreis der „Elite-Unis“ aufgenommen zu werden. Jetzt war kurz vor Weihnachten internationales Gutachter-Gremium in der Stadt, um sich einen Eindruck von den Projekten aus dem Zukunftskonzept zu verschaffen. Die Stimmung sei sehr gut gewesen, sagte Uni-Präsidentin Beisiegel: „Wir haben das Beste gegeben.“

Da die Entscheidung zur Exzellenzinitiative erst nach der Festwoche fällt, werden die Jubiläumsfeiern von gespannter Erwartung geprägt sein. Zum Festakt am 29. Mai wird unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister erwartet. Den Festvortrag wird der Historiker Professor Hans-Ulrich Wehler halten.

Genau 25 Jahre vorher, am 29. Mai 1987, hatte die Universität schon einmal ihren Geburtstag groß feiern wollen. Damals wurde die 250-Jahr-Feier, zu der auch Bundespräsident Richard von Weizsäcker erwartet wurde, allerdings kurzfristig abgesagt. Die Hochschulleitung hatte Angst vor gewalttätigen Auseinandersetzungen. Am Tag des geplanten Festaktes demonstrierten 25 000 Studenten aus ganz Niedersachsen in Göttingen gegen die Sparbeschlüsse der damaligen CDU/FDP-Landesregierung. Die Jubiläumsfeier wurde dann im September nachgeholt.

Diesmal erwartet die Georgia Augusta zu ihrem Jubiläum auch zahlreiche hochkarätige Gäste aus dem Ausland. So gibt es ein internationales Alumni-Treffen. Außerdem werden die Universitätspräsidenten der so genannten Coimbra-Gruppe ihr Jahrestreffen in Göttingen abhalten. Dies ist ein Zusammenschluss von 40 traditionsreichen europäischen Hochschulen, darunter die Universitäten Oxford, Cambridge, Salamanca und Leiden sowie die Karls-Universität in Prag, die Jagiellonen-Universität in Krakau und das Trinity College in Dublin.

„Dinge des Wissens“

Auf dem Festprogramm stehen außerdem ein Universitätssporttag, ein Kulturtag sowie ein großes Mitarbeiterfest. Am 2. Juni lädt die Hochschule zu einem „Tag der offenen Aula“ ein, bei dem die Besucher auch den historischen Karzer der Universität besichtigen können. Am gleichen Tag wird die Ausstellung „Dinge des Wissens“ eröffnet. Bis Anfang Oktober werden in der Paulinerkirche herausragende Exponate aus den wissenschaftlichen Sammlungen der Universität zu sehen sein. (pid)

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