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„Er kam zielstrebig auf mich zu“ - Kasseler erinnern sich an Steinmeiers Besuche

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Von: Florian Hagemann

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Zu Gast in der Orangerie: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier traf 2017 während der Eröffnung der documenta auf Dominik Hübler, der damals dort die Gastronomie betrieb.
Zu Gast in der Orangerie: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier traf 2017 während der Eröffnung der documenta auf Dominik Hübler, der damals dort die Gastronomie betrieb. © Andreas Fischer

Frank-Walter Steinmeier ist gestern als Bundespräsident wiedergewählt worden. In seiner ersten Amtszeit war er dreimal in Kassel. Wir haben mit Menschen gesprochen, die ihm begegnet sind.

Kassel - Am 10. Juni 2017 kam Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung der documenta 14 nach Kassel. Aurelia van Velzen kann sich daran noch genau erinnern, was sehr viel mit einer Zufallsbegegnung zu tun hat. Noch heute erzählt sie die Geschichte gern, wie sie für einen Moment plötzlich ins Rampenlicht geriet.

Aurelia van Velzen war damals elf Jahre alt. Ihre Mutter fragte sie, ob sie mitkommen wolle in die Innenstadt, in der an diesem Tag die documenta eröffnet werden sollte. Aurelia kam mit, sagte extra das Tennistraining ab. Es sollte sich lohnen.

Auf dem Friedrichsplatz trennten sich kurz die Wege von Aurelia und ihrer Mutter, die noch Tickets kaufen wollte. Die Elfjährige stellte sich derweil zu den Menschen, die das Geschehen vor dem Fridericianum im Blick behielten. Dort zeigte sich auch der Bundespräsident, der aber nicht mal kurz zur Menge winkte, sondern auf die Menschen zuging – und damit auch auf Aurelia.

„Er kam zielstrebig auf mich zu“, erzählt sie heute, fast fünf Jahre später. Auf einmal gab er Aurelia die Hand, fragte, wie alt sie sei und ob sie zum ersten Mal auf der documenta sei. „Er sagte dann noch, dass es schön ist, so junge Leute zu sehen. Dann kamen auch noch seine Frau und Volker Bouffier, und ich war irgendwie überfordert und wusste gar nicht, was ich machen soll.“ Zumal: Ihre Mutter war noch nicht zurück vom Kartenkauf.

Aurelia bewältigte die Situation allein. „Als ich meiner Mutter das Ganze später erzählte, dachte sie zunächst, ich wollte sie veräppeln.“ Als das Foto mit Steinmeier und Aurelia schließlich in der HNA erschien, glaubten es alle. Und viele sprachen sie an – auch die Lehrer in der Schule.

Noch heute ist ihre Begegnung mit Steinmeier mitunter Thema. Das Foto hat einen Ehrenplatz bekommen, mehr noch: Ein Nachbar hat daraus ein Puzzle machen lassen und es Aurelia geschenkt. Mittlerweile ist Aurelia van Velzen 15, sie geht in die elfte Klasse des Wilhelmsgymnasiums und weiß jetzt schon wesentlich mehr über den Bundespräsidenten als damals. Ihr Tipp an Steinmeier: „Er soll einfach so weitermachen wie bisher.“ Möglicherweise treffen sich beide ja im Sommer wieder. Da wird die documenta 15 eröffnet.

Bei der Eröffnung der documenta 14 kam Steinmeier auch bei Dominik Hübler vorbei, der damals noch für die Gastronomie in der Orangerie zuständig war. Auch Hübler hat nur gute Erinnerungen an die Begegnung, die nicht die erste mit Steinmeier war. Der nämlich gastierte zuvor schon einmal in der Orangerie – während einer Hochzeit einer seiner Mitarbeiterinnen. Hübler imponierte vor allem die zugewandte Art Steinmeiers.

Und überhaupt: der Tag. Die Sonne schien, die Stimmung unter den rund 120 Gästen war gut – und es gab keine Zwischenfälle. Es war ja auch alles generalstabsmäßig vorbereitet worden. Ein Großteil des Restaurants wurde innen wie außen abgeriegelt, im Vorfeld schon schaute sich die Polizei an, welche Rückzugsmöglichkeiten im Notfall infrage kommen. Aber der Notfall trat nicht ein.

Die Atmosphäre blieb über all die Zeit locker. Hübler, der mittlerweile für drei Hotels in Siegen zuständig ist, weiß sogar noch, was es damals zu essen gab: Häppchen mit Büffelmozzarella zum Beispiel, aber auch mit Ahler Wurscht natürlich. „Und leckeren Kuchen von Christian Bach.“ Nur das Beste für den Bundespräsidenten. (Florian Hagemann)

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