24 Monate Planungsstillstand im Rathaus

Altmarkt-Kreuzung: Dauerstau in einem Jahr

Kassel. Eigentlich hätte der Startschuss in diesen Sommerferien fallen sollen. Nun aber wird die Sanierung der Altmarkt-Kreuzung um ein weiteres Jahr verschoben. Dabei liegen die Pläne schon seit Jahren auf dem Tisch.

„Die Pläne sind auch nicht das Problem“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda. „Vielmehr geht es jetzt um die Planung der Baustelle.“ Dafür habe die Stadt in den vergangenen zwei Jahren kaum Kapazitäten gehabt. „Immerhin waren einige Großveranstaltungen zu stemmen“, sagt Nolda.

„Wir setzen hier auf eine vernünftige Planung“, sagt Uwe Bischoff, Abteilungsleiter für Straßenbau. Aus folgenden Gründen:

•  Versorgungsleitungen: Mit der Sanierung der Kreuzung werden gleichzeitig alle Leitungen unter der Erde (Wasser, Gas, Strom, Telefon) erneuert. „Das erfordert eine aufwendige Abstimmung des Bauablaufes mit den Versorgern“, sagt Bischoff.

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•  Planung der Baustelle: Weil die Baustelle ohnehin zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen wird, muss die Baureihenfolge so gewählt werden, dass Verkehrsprobleme minimiert werden. „Hier beginnen jetzt die Gespräche mit der Polizei und der KVG“, sagt Nolda.

•  Ausschreibung: Weil Ende Juni 2011 die Ausschreibung gestoppt worden war, muss das Verfahren jetzt neu aufgerollt werden. „Hier sind wir abhängig vom Förderbescheid des Landes. Denn erst wenn wir wissen, wie viel Geld tatsächlich zur Verfügung steht, können wir mit der Ausschreibung beginnen“, sagt Nolda.

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•  Förderantrag: Der Förderantrag kann erst im Herbst gestellt werden, weil nach zwei Jahren Planungsstillstand Aktualisierungsbedarf besteht. „Kosten haben sich geändert, womöglich auch rechtliche Rahmenbedingungen“, sagt Bischoff. All das müsse nun angepasst werden.

Dass Sanierungsbedarf besteht, ist für die Stadtplaner keine Frage. „Die Kreuzung ist kaputt“, sagt Nolda. 30 Jahre sei hier nichts gemacht worden. Spurrillen, Risse, Wasserpfützen bei Regen, auch die Gehwege seien defekt. Wichtiges Merkmal der Sanierung: Im Sinne der Barrierefreiheit werden alle Unterführungen zugeschüttet. Fußgängerüberwege sollen nach der Sanierung für eine sichere Querung der Straße sorgen. Folge ist, dass sich die Wartezeiten an den Ampeln nicht nur für Autofahrer verlängern werden. „Allerdings nur minimal“, sagt Nolda, „im Schnitt um eine Sekunde auf 79,4 Sekunden.“

Dominique Kalb, verkehrspolitischer Sprecher der CDU, hält nach wie vor nichts von dem Vorhaben. „Der Umbau ist überflüssig, weil sich durch ihn nur Verschlechterungen ergeben.“ Abgesehen davon seien solche Investitionen nicht mehr zeitgemäß. „Die Stadt muss sparen. Zudem drückt der Schuh ganz woanders – zum Beispiel bei den Schulen.“

Von Boris Naumann

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