Neue 22-stellige Kontonummer: Geldinstitute bereiten Umstellung vor

Internationales Format wird bald zum Standard: Die langen Kontonummern sind unter den Begriffen IBAN und SEPA bereits bei bestimmten Bankgeschäften in Gebrauch. Bislang sind sie aber lediglich bei Transfers auf ausländische Konten notwendig. Foto: dpa

Kassel. Viele Verbraucher werden vermutlich bald zum Spickzettel greifen müssen, wenn sie ihre Bankverbindung auf Überweisungsformulare und Einzugsermächtigungen schreiben wollen: Zum 1. Februar 2014 werden neue, längere Kontonummern mit 22 Stellen eingeführt.

Die Veränderungen gelten für alle Bank- und Sparkassenkunden – egal bei welchem Institut sie ihr Konto haben und wie kurz oder lang ihre derzeitige Zahlenkombination ist.

Mit der Neuregelung soll der Zahlungsverkehr europaweit vereinheitlicht werden. Das Bundeskabinett hat dazu vor Kurzem ein entsprechendes Begleitgesetz auf den Weg gebracht. Das Ziel: Sowohl inländische als auch grenzüberschreitende Zahlungen in Europa sollen einfacher und schneller abgewickelt werden können.

Große Veränderungen müssten die Kunden aber nicht befürchten, sagt Wolfram Ebert, Vorstandsmitglied der Kasseler Sparkasse. Aus der Kontonummer wird die sogenannte IBAN (International Bank Account Number), wie sie heute schon bei Überweisungen auf ausländische Konten erforderlich ist. Sie besteht aus der Länderkennung DE für Deutschland plus einer zweistelligen Prüfziffer, dann folgen die achtstellige Bankleitzahl und die bekannte Kontonummer.

Was aber, wenn jemand eine ältere, kürzere Kontonummer hat, sodass man insgesamt nicht auf 22 Ziffern kommt? „Dann wird die Kontonummer mit entsprechend vielen Nullen aufgefüllt – und zwar am Anfang“, erklärt Christina Hackenberg, Sprecherin der Kasseler Bank. Der Nummernteil, der das Konto kennzeichnet, müsse zehn Stellen lang sein. Aus der Kontonummer 123456 zum Beispiel würde also 0000123456.

Eine separate Bankleitzahl entfällt künftig übrigens, denn diese ist ja bereits Bestandteil der 22-stelligen Nummer.

Das meiste ist also schon vertraut, mit Ausnahme der zweistelligen Prüfziffer. Diese lässt sich mit einem bestimmten Rechenschritt aus den Ziffern der eigenen Bankverbindung ermitteln. „Das muss aber niemand selbst machen“, betont Sparkassen-Sprecher Michael Krath: Kunden der Kasseler Sparkasse fänden die IBAN bereits heute auf dem ersten Blatt ihrer Kontoauszüge. Ebenso hält es die Kasseler Bank: Dort ist die künftige Nummer zudem bereits auf der Rückseite neuerer EC-Karten aufgedruckt.

Komplizierter als für die Kunden werde die Umstellung für die Geldinstitute, sagt Banker Wolfram Ebert: Die Kasseler Sparkasse rechne mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand, um alle im Haus verwalteten Bankverbindungen umzustellen. Unter anderem würden die eigenen Überweisungsvordrucke rechtzeitig an die neue Nummern-Systematik angepasst.

Die Kunden des Instituts geben indessen immer seltener handgeschriebene Überweisungsträger für ihre Geldgeschäfte ab. Grund ist die zunehmende Nutzung von Online-Banking. Laut Sparkassen-Sprecher Michael Krath wurde von 11,6 Millionen Überweisungsvorgängen im Jahr 2011 nur noch knapp ein Fünftel per Formular ausgeführt.

Von Axel Schwarz

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