Umfrage unter Badegästen

Sanierung des Freibads Wilhelmshöhe: Debatte um das 50-Meter-Becken

Kassel. „Das sollte sich der Barthel mal anschauen“, sagt Michael Rosenthal am Dienstagmittag. Gegen 14.30 Uhr haben bereits mehr als 1300 Gäste die Kasse des Freibads Wilhelmshöhe passiert. Im 50-Meter-Becken tummeln sich die Menschen. An Schwimmen ist gar nicht zu denken. Dafür ist es viel zu eng.

Dass das Wilhelmshöher Freibad saniert oder ganz neu gebaut werden soll, das ist auch bei Hitze Thema unter den Stammgästen. Planern zufolge kostet eine Sanierung des Bades 6,1 Mio. Euro und sei damit 300 000 Euro teurer als ein vergleichbarer Neubau. Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) lehnt bei einem Neubau ein 50-Meter-Becken ab.

Das sieht Stammgast Rosenthal anders. „Ich bin dafür, die Substanz des Freibads zu erhalten. Das ganze Ding ist erhaltenswert“, sagt der 56-Jährige. Zudem befürchtet er, dass ein Neubau letztlich doch teurer käme als die Sanierung des Bads, das 1935 eröffnet worden ist.

Michael Rosenthal

Die Dauerkartenbesitzer Elsbeth Hartmann (65) und Reiner Liebehenz (71) wollen auf ein 50-Meter-Becken auch nicht verzichten. Sie wünschen aber eins mit Überlauf, das nur für Schwimmer gedacht ist. Auf einer Länge von 35 Metern können ausgewachsene Gäste derzeit stehen. „Das ist kein Schwimmbad, sondern ein Stehbad“, sagt Liebehenz. Nur wenn das Becken mindestens zwei Meter tief sei, dann hätten auch die Schwimmer eine Chance, ihrem Sport nachzugehen, sagt Hartmann. Im flachen Becken stünden ab mittags viele Badegäste nur herum oder tobten. Für diese Nichtschwimmer fordert Liebehenz ein eigenes Becken.

Es müsse durchgerechnet werden, ob das alte Bad erhalten bleiben kann oder alles so marode ist, dass ein Neubau günstiger werde, sagt Olaf Gerlach. Für den 62-Jährigen steht allerdings fest, dass die Gesamtwasserfläche (50 mal 18 Meter plus Planschbecken) nicht verringert werden darf. Gerlach hätte auch nichts dagegen, wenn es künftig zwei verschiedene 25-Meter-Becken für Schwimmer und Nichtschwimmer gäbe.

Das würde auch der 19-jährigen Saskia Meckbach zusagen, die sich am Dienstagmittag im vollen Becken nur abkühlen konnte. Zum Schwimmen war einfach kein Platz. Wenn das Schwimmerbecken tief genug sei, dann reichten auch 25 Meter aus, sagt Saskia Meckbach. „Da unten auf der Wiese ist doch noch ausreichend Platz für ein weiteres Becken.“

Rasen ist zu holperig

Apropos Wiese - Besucherin Tanja Hähnlein (35) wünscht sich, dass nach der Sanierung des Bades der Rasen nicht mehr so holperig ist. Sie ist zudem dafür, das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken nicht zu trennen. Als Mutter habe man dadurch einen besseren Blick auf die Kinder.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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