Debatte um Eichels Pensionsklage erhitzt die Gemüter

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Hans Eichel

Kassel. Nichts scheint so sehr für aufgeregte Diskussionen, Empörung und Wut zu sorgen, wie der Blick in die Geldbörse des anderen. Wer bekommt wie viel im Monat, als Arbeitnehmer, Beamter oder Rentner? Und vor allem, hat er das auch verdient?

Diese Frage wird nach unserer Berichterstattung über die Pensions-klage des früheren Bundesfinanzministers und Kasseler OB Hans Eichel (SPD) heftig diskutiert. Die Wellen schlagen hoch: Die einen, beschäftigt in der Privatwirtschaft, gucken mit Häme Richtung Beamte: Haben wir es doch schon immer gewusst: viel kassieren und nichts dafür tun.

Die anderen, die Beamten, teilen Richtung Wirtschaft aus und bemitleiden sich selbst: Man habe es nicht so gut wie die Vielverdiener in der Privatwirtschaft.

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Dabei werden oft Äpfeln mit Birnen verglichen: Natürlich gibt es die kleinen Beamten, die niemals reich werden. Sie können aber nicht den Abteilungsleiter bei VW ins Feld führen, um ihr eigenes Einkommen zu kritisieren. Und natürlich gibt es die Verkäuferin im Supermarkt, die durchaus neidisch auf die Postobersekretärin schaut. Ich weiß es aus eigener Erfahrung im Bekanntenkreis: Die eine Frau war eine kleine Beamtin bei der Post, die andere eine Verkäuferin in einem Lederwarengeschäft. Die Pension ist ungleich höher als die Rente.

Hans Eichel - Der Politiker in Bildern

Der Oberbürgermeister von Kassel, Hans Eichel (links), bei der Grundsteinlegung der "documenta urbana 1982" am 25. September 1980 in Kassel. © dpa
Oberbürgermeister Eichel mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der sich bei einem Besuch in Kassel in das Goldene Buch der Stadt eintrug. © dpa
James Lee Byars (rechts) überbrachte im Juni 1983 als Anonyme Skulptur dem damaligen Kasseler Oberbürgermeister Eichel die Aufforderung, Joseph Beuys die Leitung der documenta 8 zu übertragen. © dpa
Bürger für Enka: Tausende protestierten gegen die Werksschließung. Auf dem Königsplatz waren 1981 auch Kassels damaliger Oberbürgermeister Eichel und der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Horst Peter (Mitte). dabei. © dpa
Der neue hessische Ministerpräsident Hans Eichel (rechts) und Joschka Fischer, Minister für Umwelt und Energie und stellvertretender Ministerpräsident am 16. April 1991 im hessischen Landtag in Wiesbaden. Eichel gab an diesem Tag seine Regeriunsgerklärung ab. © dpa
Eichel und seine damalige Ehefrau Karin im Oktober 1990. Die beiden gingen nach 16 Ehejahren privat getrennte Wege. © dpa
Der hessische Ministerpräsident Hans Eichel (links) schwört in Gegenwart des hessischen Landtagspräsidenten Klaus Peter Möller vor dem Wiesbadener Landtag den Amtseid. © dpa
1996: Eichel surft zum ersten Mal im Internet, mit 3D-Helm in einem Internet-Cafe in Frankfurt. "Es hat mir ganz gut gefallen und ich werde es ab und zu wieder tun, aber mit Maßen", sagte Eichel damals. © dpa
Bundesfinanzminister Hans Eichel und Lebensgefährtin Gabriela Wolff. © dpa
Hans Eichel
Der Vorsitzende der palästinensischen Autonomiebehoerde Jassir Arafat nach seiner Begrüßung durch Ministerpräsident Eichel auf dem Frankfurter Flughafen. © HNA
Der damalige Finanzminister Eichel verkaufte am 21. August 2002 in der Bad Hersfelder Fußgängerzone Kuchen zugunsten der Flutopfer. © HNA
Finanzminister Eichel sprach im August 2002 vor dem Hann. Mündener Rathaus. © HNA
Dieter Posch (links) und Hans Eichel auf der Frühjahrsausstellung 2001 in Kassel. © HNA
Verteidigte die Ökosteuer vehement: Finanzminister Hans Eichel. © dpa
Vor der Sitzung des SPD-Parteivorstandes im Januar 2004 in Weimar wendet sich Finanzminister Eichel von den wartenden Journalisten ab. © dpa
Die schwierige Haushaltslage von Finanzminister Eichel parodierte am Rosenmontag 2005 in Köln ein Motivwagen. © dpa
Finanzminister Hans Eichel im Bundetag. © dpa
Finanzminister Hans Eichel im Bundetag. © dpa

Vor allem, liebe Beamte: Es mag zwar misslich sein, einfach etwa von Kassel nach Frankfurt versetzt zu werden. Aber Mobilität wird auch in der Privatwirtschaft vorausgesetzt. Was die Beamten aber vor allem von allen privat Beschäftigten unterscheidet: ein ganzes Stück sicherere Lebensplanung. Welcher junge Mensch in der Privatwirtschaft, der mit Ein- oder Zwei-Jahresverträgen ausgestattet wird, kann eine Familienplanung heute in Angriff nehmen? Wie will er einen Kredit für die erste Eigentumswohnung bekommen, wie Kinder planen? In diesem Punkt, liebe Beamte, haben Sie mehr Lebensqualität.

Mehr zu Hans Eichel finden Sie im RegioWiki.

Und, ja zugegeben, ein Fehler ist uns unterlaufen: Pensionen werden voll besteuert. Bei einem Höchstpensionssatz von 72 Prozent und dem dazugehörenden Freibetrag liegt der steuerpflichtige Anteil der Pension bei 87 Prozent. Und die 3300 Euro Pension sind der Durchschnitt bei den Bundesbeamten. (tho)

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