Finanzierung von Konrad: Asta lehnt Erhöhung auf drei Euro pro Semester ab

Studenten lieben Konrad: Die Hälfte aller Nutzer sind Studenten. Sie zahlen dafür pauschal einen Euro pro Semester. Foto: Fischer/nh

Kassel. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) will die Studenten ab kommendem Semester stärker finanziell am Fahrradverleihsystem Konrad beteiligen.

Nachdem der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) die von Nolda ins Spiel gebrachte Erhöhung der Pauschale von einem auf drei Euro pro Semester abgelehnt hat, gibt es dafür in der rot-grünen Rathaus-Kooperation nicht nur Verständnis. Eine stärkere Beteiligung in dieser Größenordnung müsse diskutierbar sein, sagt Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Asta-Vorsitzende Lea Heidbreder sieht es anders: „Konrad ist eine tolle Sache, und es wäre schade, wenn die Stadt das System nächstes Jahr nicht mehr finanzieren könnte. Aber drei Euro sind zu viel.“ Zwei Euro seien schon eine Steigerung von 100 Prozent. Die Studenten seien durch Preissteigerungen für das NVV-Semesterticket ohnehin stark belastet.

Auswertung abwarten

Heidbreder will zuerst eine Auswertung abwarten, wie viele Studenten das Verleihsystem nutzen. Dann werde der Asta mit der Stadt über einen neuen Beitrag verhandeln. „Wir wollen als Kooperationspartner auf Augenhöhe wahrgenommen werden, immerhin stemmen die Studenten mit ihren Beiträgen das Projekt mit.“

Nach nur zwei Monaten hatten sich 4000 Studenten bei Konrad angemeldet – das ist die Hälfte aller Nutzer und etwa ein Fünftel aller Studierenden. Für Heidbreder ist dies ein Zeichen, dass die Mehrzahl der Studenten für einen Service bezahlt, den sie nicht nutzt. Bei Einrichtungen wie dem vom Asta finanzierten Café Desasta und dem Kulturzentrum K19 nutze zwar auch nur ein Teil der Studenten das Angebot, aber dies seien eigene Einrichtungen des Studierendenausschusses.

Gernot Rönz macht darauf aufmerksam, dass wenn eine Mehrheit der Vollversammlung eine noch festzulegende Erhöhung des Beitrags ablehne, dann das Angebot für die Studenten wegfalle.

Die SPD-Fraktion zeigt indes Verständnis dafür, dass die Studierendenvertretung Überlegungen zu einer Tariferhöhung, die allein auf die Studenten fokussiert ist, ablehnend gegenübersteht. Schließlich werde das System nicht allein von Studenten genutzt, sagt Fraktionsvorsitzender Uwe Frankenberger.

Eine Entscheidung zur Finanzierung könne erst getroffen werden, wenn ein Vorschlag zur Anpassung der tariflichen Gesamtstruktur vorgelegt wird, der das tatsächliche Nutzungsverhalten berücksichtigt.

Von Bastian Ludwig

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.