Zirkusdirektor kann Aufregung nicht verstehen

Circus Busch gastiert in Kassel - Tierschützer kündigen Protestaktion an

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Er wehrt sich gegen Kritik: Zirkusdirektor Henry Frank vom Cirucs Paul Busch lässt in Kassel unter anderem Kamele auftreten. Sein Betrieb werde regelmäßig von Veterinären kontrolliert.

Mit dem Gastspiel des Circus Paul Busch kocht in Kassel die Debatte um eine tierfreie Manege wieder hoch. Tierschützer wollen vor dem Zirkuszelt auf der Schwanenwiese protestieren.

Der Zirkus feiert am Donnerstag seine Premierenvorstellung und wird für 14 Tage in der Stadt bleiben. Zirkusdirektor Henry Frank weist die Vorwürfe zurück. Seine Tiere würden artgerecht gehalten, und dies werde durch Veterinäre auch streng kontrolliert.

In der Stadtverordnetenversammlung war bereits vor vier Jahren ein Wildtierverbot diskutiert worden. SPD und Grüne hatten gefordert, dass bestimmte Tiere – Menschenaffen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Nilpferde – nicht in Zirkussen auftreten dürfen, die in Kassel gastieren. 

Wildtierverbot für die Stadt Kassel scheiterte 

Karsten Plücker, Tierschützer und Leiter des Kasseler Tierheims Wau-Mau-Insel.

Dieses Verbot wurde aus rechtlichen Gründen aber nie umgesetzt. Denn Tierschutz ist Bundesrecht und wird vom Landwirtschaftsministerium festgelegt. Drei Anläufe im Bundesrat, ein bundesweites Wildtierverbot auf den Weg zu bringen, scheiterten.

Dennoch übt der „Bund gegen Missbrauch der Tiere“, der das Tierheim Wau-Mau-Insel betreibt, Kritik an der Stadt. Diese vermiete ihre Flächen weiter an Zirkusse mit Tieren. Tierheimleiter Karsten Plücker kündigt mehrere Protestaktionen an und wirft dem Zirkus eine nicht artgerechte Tierhaltung vor.

Zirkusdirektor weist die Vorwürfe zurück

Zirkusdirektor Frank kann diese Position nicht nachvollziehen. „Ich kann diese Aufregung nicht verstehen. Es gibt keinen Ort, an dem Tiere häufiger durch Amtsveterinäre kontrolliert werden als den Zirkus“, sagt er.

Die Haltung von Raubkatzen, Dickhäutern oder Affen im Zirkus sei vielleicht wirklich fragwürdig, aber solche Tiere gebe es bei ihm nicht. Im Zirkus Paul Busch stehen Kamele, Rinder, Lamas, Ziegen und Hunde in der Manege. Ein Zirkus ohne Tiere sei für ihn kein Zirkus.

Die Stadt Kassel verweist darauf, dass sie ein Gastspiel nur dann verbieten könne, wenn der Zirkus gegen das Tierschutzgesetz oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstoße. Beides werde von den Behörden sorgfältig geprüft. Der Zirkus Busch gastiert bis zum 14. Oktober. 

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