Das Schuh-Unternehmen wird 100 Jahre alt – Regina Zeun ist seit 37 Jahren dabei

Deichmann für immer

Gründer Heinrich Deichmann mit seiner Ehefrau Julie. Foto: nh

Kassel. Plateauschuhe mit 15 Zentimeter hohen Keil-Absätzen, Modeschuhe in schreienden Farben, smarte Lederslipper für Managertypen, Schlappen mit Cordstoff – es gibt eigentlich nichts, was Regina Zeun nicht schon verkauft hat. „Nur der Absatz ist immer noch hinten“, witzelt sie.

Seit 37 Jahren ist sie nun schon bei Deichmann, ein einst in Essen gegründetes Familienunternehmen, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. 1981 übernahm sie als Leiterin die erste Kasseler Filiale an der Oberen Königsstraße. Fast vier Jahrzehnte Firmentreue, vier Jahrzehnte Arbeit mit Schuhen, vier Jahrzehnte „ein tolles Arbeitsklima“, sagt Zeun heute.

30 000 Paar Schuhe im Laden

Das komme nicht von ungefähr. Wer bei Deichmann arbeite, fühle sich wie in einer Familie. Von ihrem Chef Heinrich-Otto Deichmann, dem Enkel des Gründers Heinrich Deichmann, spricht sie voller Respekt. Ebenso vom Senior-Chef Dr. Heinz-Horst Deichmann, der 1956 seine Tätigkeit als Arzt aufgab und sich voll auf die Leitung der Firma konzentrierte. Heinz-Horst Deichmann, eben erst 86 Jahre alt geworden, besucht heute noch die Deichmann-Filialen, um den Mitarbeitern auf die Schulter zu klopfen. „Jedes Jahr lädt er alle Firmenjubilare zu einer Feier ein“, sagt Zeun, die sehr viel von dieser Nähe hält. Deichmann sei eine Respektsperson, allein schon wegen seiner Persönlichkeit, sagt sie. Bescheidenheit und Bodenständigkeit machten seinen Charakter aus. „Noch heute lebt er in einem kleinen Haus nahe Wuppertal.“

Noch mindestens zehn Jahre will die heute 55-Jährige für Deichmann arbeiten. Ihre Filiale mitten in Kassel ist 800 Quadratmeter groß, 25 Mitarbeiter gehören zum Stamm, 30 000 Paar Schuhe hat sie permanent im Laden – der, wie das bei Deichmann üblich ist, zugleich das Lager ist. Pro Tag gehen bei ihr 500 bis 600 Paar Schuhe über die Theke, an guten Tagen sogar über 800. Sie kann nicht sagen, wie viele Schuhe sie in ihrem Leben schon verkauft hat.

„Einmal Deichmann, immer Deichmann“, sagt sie. Firmenintern hat sie schon einige Preise gewonnen. So gehört sie längst zum 100-Prozent-Club, jenem Filialleiter-Stamm, der schon fünfmal Jahreszielvorgaben erreicht hat. „Zum Dank hätte ich dafür eine Amerika-Reise machen dürfen“, sagt Zeul. Doch bis heute hat sie ihren Gutschein nicht eingelöst. Bescheidenheit steckt eben an.

Von Boris Naumann

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