Im Landkreis Kassel soll Tauglichkeit überprüft werden

Kreis Kassel: Demnächst Stichproben bei Waffenbesitzern?

Kassel. Waffenbesitzer im Landkreis Kassel müssen in Zukunft damit rechnen, dass sie zu Hause besucht und auf ihre „Tauglichkeit für eine Waffenbesitzkarte“ hin überprüft werden. Ein Mitarbeiter der Waffenbehörde macht sich dann ein Bild davon, ob die Auflagen, wie Waffen richtig aufbewahrt werden, eingehalten sind.

„Wir überlegen zurzeit, wie wir intern den Bereich personell verstärken, um künftig verdachtsunabhängige Untersuchungen bei Waffenbesitzern machen zu können“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Das werde schwierig, weil zugleich Stellen eingespart werden müssen, „aber der Gesetzgeber sieht diese Überprüfungen seit 2009 vor, und da können wir nicht sagen: Das interessiert uns nicht.“ Hintergrund für die geänderte Gesetzeslage sind die Amokläufe an Schulen.

Theoretisch müssten Mitarbeiter für diese Aufgabe ausgebildet werden, sagt Kühlborn. „Zurzeit behelfen wir uns mit Überprüfungen vor Ort, nur wenn ein konkreter Verdacht besteht.“ Die geschehen dann in Begleitung der Polizei.

Angesichts 24 000 registrierter Waffen und 5800 berechtigter Besitzer im Landkreis wird es sich auch bei einer flächendeckenden Überprüfung nur um Stichproben handeln. Der Landkreis wäre damit Vorreiter, denn diese Überprüfung wird kaum praktiziert. „Das können wir nicht leisten, uns fehlt dazu das Personal“, sagt auch Hartmut Bierwirth vom Kasseler Ordnungsamt. In Kassel sind 11 000 Waffen und 4500 Halter registriert.

Um die „Zuverlässigkeit und persönliche Eignung von Waffenbesitzern“ zu überprüfen, werden von Waffenbehörden regelmäßig die Bundeszentralregister abgefragt, ob Strafverfahren gegen Waffenbesitzer vorliegen. Seit 2008 ist vorgeschrieben, dass die Prüfung im Drei-Jahres-Turnus geschehen muss. Persönlich befragt wird der Waffenbesitzer dabei nicht – für diese Überprüfung vom Schreibtisch aus muss er aber 25 Euro zahlen. 2. Seite / Zum Tage

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