Initiative „Studenten stehen auf“ protestiert

Heute Demo gegen 3G-Regel an der Uni - Gegenkundgebung vom Asta

Lehre nur mit 3G: Heute wird dagegen auf dem Campus demonstriert.
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Lehre nur mit 3G: Heute wird dagegen auf dem Campus demonstriert.

Auf dem Campus wird am heutigen Mittwoch demonstriert. Grund sind die Coronaregeln im Lehrbetrieb.

Kassel – Zwei Demos rund um die 3G-Regelung an der Uni Kassel finden am Mittwoch, 27. Oktober, ab 13 Uhr auf dem Campus vor der Zentralmensa statt. Wir beantworten Fragen zum Thema.

Wer demonstriert?
Unter dem Motto „Raus auf die Straße – Rein in die Hörsäle“ ist für 13 bis 14.30 Uhr eine Demo vor der Zentralmensa angemeldet. Die Initiative „Studenten stehen auf Kassel“ ruft dazu auf. Auf Insta-gram stellt die Gruppe sich als „loser Zusammenschluss aus maßnahmekritischen StudentInnen“ vor. Man wolle auf die „nicht mehr tragbaren Zustände an unserer Uni aufmerksam machen“. Auf einem Gruppenbild präsentiert sich ein Dutzend Personen mit Transparenten, unter anderem mit der Aufschrift „Gegen Diskriminierung von Ungeimpften.“ Teil dieser Gruppe ist auch „Sunny“ von den Freien Bürgern Kassel, die zu den Hauptorganisatoren der Großdemo gegen die Corona-Maßnahmen vom 20. März gehörte.
Wogegen richtet sich der Protest von „Studenten stehen auf“?
Gegen die 3G-Regelung an der Hochschule, sprich: dagegen, dass die Teilnahme an Lehrveranstaltungen in Präsenz nur Geimpften, Genesenen oder aktuell Getesteten erlaubt ist. Die Organisatoren fordern „einen gerechten Zugang zu Bildung“. Erst nach einer öffentlichen Kritik des Asta präzisiert die Initiative auf Instagram, man sei für „freiwillige, kostenlose Selbsttests“ von allen Studierenden auf dem Campus. Offenbar wendet sich die Gruppe also gegen verpflichtende Tests. Gegenüber unserer Zeitung äußerte sich die Gruppe „Studenten stehen auf“ bisher nicht.
Was kritisiert der Asta?
Die Studierendenvertretung ruft zum Gegenprotest auf und veranstaltet ab 12.45 Uhr zwischen Campus-Center und Zentralmensa eine „Kundgebung gegen Corona-Leugner:innen“. Auf dem Campus würden seit Tagen Statements verbreitet, die die 3G-Regelungen mit dem Holocaust verglichen, heißt es in einer Pressemitteilung des Asta – ohne konkret zu sagen, gegen wen sich der Vorwurf richtet. „Diese Aussagen sind nicht nur geschichtsrevisionistisch, sie sind rassistisch und antisemitisch“, heißt es darin. Für Nachfragen war der Asta trotz mehrfacher Anfrage nicht zu erreichen.
Wofür steht der Asta?
Der Asta unterstützt laut seiner Pressemitteilung die Rückkehr zur Präsenzlehre sowie die Einhaltung der 3G-Regeln zur Sicherheit der Studierenden und ihrer Angehörigen. Allerdings fordert die Studierendenvertretung „kostenfreie Schnelltests für alle Studierenden“ – entweder in Testzentren an allen Uni-Standorten oder mittels zur Verfügung gestellter Schnelltests, die unter Aufsicht durchgeführt werden. Außerdem setzt sich der Asta für Impfangebote an allen Uni-Standorten ein. Bislang gab es gezielte Impfaktionen nur auf dem Haupt-Campus am Holländischen Platz.
Wie wird die 3G-Regel an der Uni umgesetzt?
Die entsprechenden Nachweise werden an den Eingängen von Hörsälen und großen Seminarräumen stichprobenartig durch den Wachdienst der Uni kontrolliert. In allen übrigen, kleineren Veranstaltungen kontrollieren die Lehrenden. Die bisherigen Erfahrungen in der Umsetzung seien gut, so eine Uni-Sprecherin. Es laufe alles „sehr entspannt“. Wie hoch der Anteil der Geimpften unter Kassels Studierenden ist, werde nicht erfasst. Bundesweiten Zahlen zufolge fällt die Impfquote unter Studierenden aber mit rund 80 Prozent höher aus als in der Gesamtbevölkerung. (Katja Rudolph)

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