Unterschiedliche Gruppen schlossen sich zusammen

Hunderte demonstrieren in Kasseler Innenstadt für eine Verkehrswende

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Für den Klimaschutz und die Verkehrswende unterwegs: Die Teilnehmer der Demonstration zogen am Samstagnachmittag vom Hauptbahnhof aus in Richtung Fußgängerzone.

Bis zu 700 Menschen haben in der Kasseler Innenstadt für eine Verkehrswende demonstriert. Mehrere Gruppen schlossen sich zusammen und zogen gemeinsam durch die Stadt.

Aktualisiert am 24. März um 16.52 Uhr - "Fahrradfahren ist nicht nur Hobby – nieder mit der Autolobby." "Buslinien streichen – Kassels Beitrag zum Klimaschutz." Oder auch kurz und knapp: „Autofahren ist scheiße!" Die Forderungen auf Schildern und Plakaten sind bei der Demonstration am Samstagnachmittag genauso bunt gemischt gewesen, wie die beteiligten Gruppen. 

In einem Punkt zeigten sich die Mitglieder der Umwelt- und Verkehrsverbände sowie die Teilnehmer des Protests aber einig: Sie verlangten nach „Verkehrswende jetzt“. Und kündigten an: „Wir holen uns die Straße zurück!“

„Whose Streets? – Our Streets!“ (zu deutsch: Wessen Straßen? – Unsere Straßen!“) riefen denn auch die Menschen, ehe sie sich vom Hauptbahnhof aus zu Fuß und auf Fahrrädern auf den Weg machten. Diesen Weg übrigens machten ihnen Polizisten auf Motorrädern frei, die den Autoverkehr abschnittsweise stoppten beziehungsweise umlenkten.

600 bis 700 Teilnehmer bei Demo in Kassel

Nach Angaben der Kasseler Polizei nahmen rund 600 bis 700 Menschen an der Verkehrswende-Demonstration teil. Sprecher der Gruppen setzten die Teilnehmerzahl höher an. Unter den Teilnehmern waren Vertreter aller Generationen. Zu den jungen Leuten, die sich für eine rasche Verkehrswende in Kassel engagieren, gehören auch Rebecca Lichau und Marissa Reiserer. Die Stadt Kassel hänge verkehrstechnisch noch in den 1950er Jahren fest, meinten die Mitstreiterinnen der Gruppe Klimagerechtigkeit Kassel. „Das ist nicht akzeptabel.“

Die auf einem überdimensionalen Holzstuhl stehenden Redner forderten vor allem einen massiven Ausbau der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer sowie des öffentlichen Nahverkehrs. Die autogerecht gestalteten Straßen der Stadt müssten neu verteilt werden, Fahrbahnen und Parkplätze müssten umgewidmet werden, forderte etwa Maik Bock vom Radentscheid Kassel.

„Pfui!“ lautete die Reaktion der Teilnehmer auf den Verweis, dass die Stadt das von den Radentscheid-Initiatoren angestrebte Bürgerbegehren für unzulässig erklärt hat. Mit Pfiffen wurde die Kritik an der KVG-Liniennetzreform begleitet. Diese habe Menschen in vielen Stadtteilen vom ÖPNV abgehängt, hieß es. Und: „Die Verkehrswende muss jetzt her. Wir lassen uns nicht aufhalten.“

Auch die NVV verschreibt sich der Verkehrswende und unterstützt die aktuelle Plakat Aktion eines Unbekannten. 

Viele Gruppen und ein gemeinsames Ziel

Mehrfach betonten Redner der Demonstration „Verkehrswende jetzt!“ die Besonderheit des Kasseler Bündnisses. Tatsächlich haben sich für das gemeinsame Ziel einer Verkehrswende ganz unterschiedliche Gruppen in der Stadt zusammengeschlossen. 

So riefen für den Protest am Samstag in Kassel die Initiative Nahverkehr für alle, der Radentscheid, der Verkehrsverband VCD, der Fahrradverband ADFC, der Umweltverband BUND, Greenpeace, die Studierendenvertretung des AStA der Universität, die Gruppe Klimagerechtigkeit (KligK) und die Solidarische Erwerbsloseninitiative auf.

350 Menschen demonstrieren in Kassel für Verkehrswende

 © Schachtschneider
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Demo ADFCfür eine Stadtgerechte MobilitätFoto: Schachtschneider
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Demo ADFCfür eine Stadtgerechte MobilitätFoto: Schachtschneider
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Lesen Sie dazu: "Todesstreifen": Schon 1981 forderten die Kasseler Stadtverordneten bessere Radwege

Aus dem Archiv: Wirbel um Radfahrstreifen, die auch in Kassel auf Straßen gepinselt wurden: Ein Rechtsgutachten hat nun festgestellt, dass Radfahrer im seitlichen Abstand von mindestens 1,50 Meter überholt werden müssen.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes war die Rede von 350 Teilnehmern bei der Demonstration. Diese Information stammte von der Polizei und wurde am Sonntag nach oben korrigiert. Zwischen 600 und 700 Teilnehmern haben demnach an der Demonstration teilgenommen.

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