Protest gegen Waffenlieferung an Türkei

Demonstranten blockieren Haupttor von Krauss-Maffei

Kassel. Rund ein Dutzend Menschen blockieren seit heute Morgen das Haupttor des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann in Kassel. Mit der Blockade demonstrieren sie gegen die türkische Militäroffensive gegen die Kurden in Nordsyrien und die Lieferung von Waffen aus Deutschland an die Türkei.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz hatten Werksangehörige die Polizei am gegen 6 Uhr verständigt, weil mehrerer Personen eine Werkszufahrt blockieren. Die Polizei führe derzeit erste Gespräche mit Versammlungsteilnehmern und Werksverantwortlichen.

Nach erster Einschätzung seien an der Aktion offenbar rund ein Dutzend Menschen beteiligt, die sich momentan sowohl im Bereich der Zufahrt als auch auf dem Dach eines Gebäudes des Unternehmens aufhalten. Auf Plakaten, die von Teilnehmern der spontanen Versammlung gezeigt werden, wird die aktuelle Lage in Nordsyrien thematisiert. Zudem finden sich momentan weitere Personen auf der gegenüberliegenden Straßenseite zusammen, so Mänz.

Das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei-Wegmann produziert unter anderem Leopard II Panzer, die auch in die Türkei geliefert werden.

„Wir sind eine autonome Kleingruppe, die sich alleinig zum Zweck dieser Aktion zusammengefunden hat. Wir sind zutiefst betroffen von dem Krieg der Türkei, aber auch empört über das fehlende Rückgrat dieses Landes, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen - schließlich stammt ein nicht unerheblicher Teil der Waffen, mit denen die Türkei ihre Invasion vorantreibt, aus Deutschland. Einige davon, allen voran Komponenten des Leopard 2 Panzers, wurden in diesem Werk produziert“, erklärt eine Aktivistin, die sich an das Werkstor gekettet hat. „Ziel unserer Aktion ist es, den reibungsfreien Ablauf dieser Kriegsschmiede so lange wie möglich zu unterbrechen“.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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