Fragen und Antworten

Kurden-Demo in Kassel: "Kein Fußbreit dem Faschismus“ - 550 nahmen friedlich teil

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Auch für heute sind Kurden-Kundgebungen angemeldet: Unser Foto zeigt eine Protest-Veranstaltung, die am Donnerstag in der Nordstadt stattgefunden hat. 

„Solidarität mit Rojava – Kein Fußbreit dem Faschismus“ - so lautete das Motto der Kurden-Demo am Samstag in Kassel. 550 Teilnehmer beteiligten sich friedlich.

Update am 20.10.2019 um 15.35 Uhr - Erneut haben am Samstag in Kassel mehrere hundert Kurden friedlich demonstriert. Nach Einschätzung der Polizei nahmen in der Spitze 550 Menschen an der Veranstaltung teil, die am Philipp-Scheidemann-Platz startete. 

Lautstark wurde gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien protestiert, wo überwiegen Kurden leben. Der Demonstrationszug bewegte sich von der Nordstadt über den Stern bis zum Königsplatz, wo am Wochenende das türkische Sardellenfest gefeiert wurde. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es keinerlei Zwischenfälle.

Erstmeldung vom 19.10.2019: "Kein Fußbreit dem Faschismus“ - Kurden auch am Samstag auf der Straße

Wie in vielen Städten in Deutschland sind zurzeit auch im Kasseler Stadtgebiet häufig die Rot-weiß-grünen Fahnen mit gelber Sonne im Zentrum zu sehen, Symbol der autonomen Region Kurdistan im Irak, die von den Kurden als ihre Flagge angesehen wird.

Seit dem Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien und den Angriffen gegen die Kurden-Miliz YPG sowie gegen die Zivilbevölkerung finden fast täglich Demonstrationen von Kurden und Sympathisanten statt. Fragen und Antworten zu den Demonstrationen:

Wo wird in Kassel demonstriert?

An verschiedenen Orten. Beispielsweise wurde am Dienstag auf dem Königsplatz demonstriert und am Donnerstag hatten sich nach Angaben der Polizei 350 Personen vor dem Philipp-Scheidemann-Haus versammelt. Von dort sind sie in die City gezogen.

Ist mit weiteren Demonstrationen zu rechnen?

Ja. Für den heutigen Samstag ist bei der Stadt Kassel ab 16 Uhr unter dem Titel „Solidarität mit Rojava – Kein Fußbreit dem Faschismus“ eine Demonstration auf dem Philipp-Scheidemann-Platz angemeldet. Angemeldet sind 20 Personen, aber die Polizei rechnet mit deutlich mehr Teilnehmern. Sie geht von einer dreistelligen Teilnehmerzahl aus.

Ist Polizei vor Ort?

Die Polizei ist bei Versammlungen grundsätzlich „mit einer angemessenen Anzahl von Beamten vor Ort“, lautet die Auskunft der Polizei. Bislang seien alle Kurden-Demonstrationen der vergangenen Tage friedlich verlaufen, und es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass es heute anders werden könnte. Obgleich das nie ausgeschlossen werden könne.

Gibt es etwas zu beachten?

Wie in den vergangenen Jahren findet an diesem Wochenende auf dem Königsplatz das türkische kulinarisch ausgerichtete Sardellenfest statt, zu dem mehrere hundert Gäste erwartet werden.

Worum geht es bei den Protesten der Kurden?

Die protestierenden Menschen sind vom Einmarsch türkischer Truppen im überwiegend von Kurden bewohnten Nordsyrien aufgewühlt und empört. Sie beklagen Tote, Verletzte, Vertriebene und Zerstörung durch türkisches Militär. Die Türkei hatte vergangene Woche ihre Militäroffensive begonnen und dabei auch Kampfjets eingesetzt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mehrere hundert Menschen getötet, darunter Dutzende Zivilisten. Mehr als 300.000 Menschen sollen vertrieben worden sein. Die Kurden sind in Syrien die größte ethnische Minderheit.

Ziel der türkischen Operation ist die kurdische YPG-Miliz, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Hier hatte sie die Terrormiliz Islamischer Staat niedergeschlagen und IS-Terroristen inhaftiert.

Die Türkei sieht in der YPG einen Ableger der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und begreift die Angehörigen der „Volksverteidigungseinheiten“ der YPG als Terroristen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Zuletzt hatten sich die USA und die Türkei auf eine Waffenruhe in Nordsyrien verständigt. Allerdings ist nur von einer Kampfpause die Rede, die 120 Stunden dauern soll und den Kurden Bedingungen diktiert: Die YPG soll ihre Kämpfer aus einer 32 Kilometer breiten „Sicherheitszone“ abziehen.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kritisieren die Offensive der Türkei, unter anderem weil sie den Kampf gegen den IS und damit die europäische Sicherheit erheblich bedrohe. Sanktionen wie ein EU-weites Waffenembargo gegen die Türkei sind nicht zustande gekommen.

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