Krieg und Militär lösen keine Probleme

Demos zum Antikriegstag: 200 Friedensaktivisten protestierten in Kassel

„Kriege lösen keine Probleme“: Das Kasseler Friedensforum hatte zur Mahnwache und Kundgebung auf dem Opernplatz anlässlich des 75. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs eingeladen. Fotos: Fischer

Kassel. „Frieden schaffen - ohne Waffen.“ Unter diesem altbekannten Motto standen am Montag wieder Veranstaltungen zum Antikriegstag in Kassel. Das Datum erinnert an den 1. September 1939, den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Die Parole des Kasseler Friedensforums, das für 5.45 Uhr zum Gedenken am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Weinberg und am Nachmittag zur Kundgebung gegen den Krieg auf den Opernplatz eingeladen hatte, lautete: Krieg und Militär lösen keine Probleme.

Vor dem Hintergrund der Krisen weltweit sowie des jüngsten Beschlusses der Bundesregierung, Waffen an die Kurden im Irak zu liefern, bekam die Forderung aktuelle Brisanz. Kaum ein Redner, der nicht Bezüge zur gegenwärtigen politischen Situation zog. So auch Dr. Ulrich Schneider von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten: Die Lehre, die in Deutschland aus zwei Weltkriegen gezogen wurde, laute: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg.“ In der UN-Charta von 1945 werde Krieg geächtet und als ein Hauptziel die Wahrung des Friedens festgeschrieben. „Ohne Frieden ist alles nichts“, sagt Bernd Rothauge von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Von Frieden sei man aber weiter entfernt denn je. Bei der Kundgebung gegen den Krieg auf dem Opernplatz hörten ihm, Dr. Ulrich Schneider und Oberlandeskirchenrätin Ruth Gütter 200 Menschen zu.

Friedensarbeit: Auch vor dem Kasseler Rathaus war auf einem Banner das Motto des Antikriegstags zu lesen.

Das Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus hatte zuvor auf dem Weinberg bereits ab 5.45 Uhr stattgefunden, zu der Uhrzeit, als Hitler gestern vor 75 Jahren deutsche Soldaten in Polen einmarschieren ließ. 30 Friedensaktivisten legten am Mahnmal Blumen nieder. In ihrer Ansprache forderte Ruth Gütter zur aktiven Friedensarbeit auf. Sie kritisierte, dass einige in Politik und Gesellschaft meinten, angesichts der aktuellen Krisenherde und des Terrors könnten nur noch Waffenlieferung und militärische Interventionen helfen. Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre in vielen Ländern lehrten aber „eindeutig etwas anderes, denn in den allermeisten Fällen haben militärische Interventionen die Lage nur noch verschlimmert“, so Gütter.

Von Christina Hein

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