Ihnen wurde der Beruf in die Wiege gelegt

Seit 50 Jahren gibt es in der Obersten Gasse in Kassel „Friseur Ebel“

Stefanie Ebel-Reinhard (links) und ihre Tochter Vanessa Reinhard im Salon Friseur Ebel an der Obersten Gasse.
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Sind ein tolles Team: Stefanie Ebel-Reinhard (links) und ihre Tochter Vanessa Reinhard im Salon Friseur Ebel an der Obersten Gasse.

Nicht „Schnippschnapp oder „Hairvorragend“ lautet der Name des Geschäfts, sondern schlicht und einfach „Friseur Ebel“. Seit 50 Jahren residiert der Betrieb an der Obersten Gasse 22.

Kassel - Wie der Name „Friseur Ebel“ richtig suggeriert, wird man hier seit Jahrzehnten von den Mitgliedern der Familie Ebel frisiert. Heute sind das Stefanie Ebel-Reinhard und ihre Tochter, die frischgebackene Friseurmeisterin Vanessa Reinhard. Außerdem gibt es noch eine Mitarbeiterin.

Das Geschäft Friseur Ebel haben am 1. September 1971 Stefanies Eltern, Vanessas Großeltern, eröffnet. Beide hatten sich in Kassel in der Friseurausbildung kennen- und lieben gelernt. Und bald beschlossen, ihren Weg sowohl privat als auch beruflich gemeinsam zu gehen.

Der Friseurladen, in dem sie stets Hand in Hand arbeiteten, war bald ihr Ein und Alles. Schließlich wurde er zum Geborgenheitsort für die ganze Familie. „Wir hatten im Aufenthaltsraum eine Küche und meine Mutter bereitete hier das Mittagessen zu“, erinnert sich Stefanie Ebel-Reinhard (53). Als Kind habe sie mit ihren Freundinnen – zwischen Lockenwicklern und Haarbürsten – im Friseursalon oder auf der Straße davor gespielt. Die Eltern waren immer in der Nähe. „Ich war hier glücklich.“

Stolze Eltern: Landessiegerin Stefanie Ebel umrahmt von ihren Eltern Alwin und Brigitte Ebel, die den Friseurladen 1971 gegründet haben. 2

Ähnlich erging es ihrer eigenen Tochter Vanessa Reinhard (23) – der Laden ist Familie. Heute frisiert die junge Meisterin hin und wieder Kundinnen, die zu ihr sagen: „Ich weiß noch wie du soo klein warst.“ Der Friseurberuf ist den beide Frauen im wahrsten Sinne in die Wiege gelegt worden. Und doch war es für Stefanie Ebel-Reinhard zunächst eine Überraschung, als ihr ihre Tochter, die an der Kasseler Elisabeth-Knipping-Schule Fachabitur gemacht hat, offenbarte: Ich werde Friseurin. „Sie dachte, ich will sie veräppeln“, sagt Vanessa Reinhard amüsiert. Heute sagen Mutter und Tochter einmütig und mit glänzenden Augen: „Wir lieben unseren Beruf .“

Vor sechs Jahren hat Stefanie Ebel-Reinhard den Betrieb von den Eltern übernommen und der Gedanke, dass die Tochter, mit der sie sich so gut versteht, das Geschäft weiterführen wird, macht sie sehr stolz.

Wie ihre Mutter hat Vanessa Reinhard ihre Lehre im Familienbetrieb absolviert – als Beste der Friseur-Innung Kassel. Ebenso wie ihre Mutter glänzte sie beim Leistungswettbewerb des Landesinnungsverbands als Zweite. Ihre Mutter war 1988 Landessiegerin.

HNA-Bericht: Die Landesbeste „Steffi“ Ebel im September 1988.

Vanessa Reinhard, die in ihrer Freizeit Handball bei der TSG Dittershausen spielt, hat das Talent offensichtlich von ihrer Mutter geerbt. Sie harmonieren miteinander. „Ich lerne so viel von ihr, aber sie ist auch offen für Ideen von mir.“ Spezialisiert hat sich die Junior-Chefin auf Brautfrisuren. Und sie achtet auf die Work-Life-Balance und dass die Mama auch mal eine Pause macht. Obwohl: Wenn sie ehrlich sind, verschwimmen bei den Ebels die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben leicht.

Letztlich ist der Laden so etwas wie die Spielwiese für die ganze Familie. Sogar Stefanies Ehemann, Vanessas Papa, der in der Metallbranche arbeitet, bringt sich ein. „Der macht hier alle Umbauten und was so anfällt, er ist unser Hausmeister“, sagt Vanessa Reinhard. Diese familiäre Atmosphäre schlägt sich letztlich auch auf die vielen treuen Kunden nieder: Männer und Frauen, vom Kleinkind über den Teenager bis zur 90-jährigen Seniorin. (Christina Hein)

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