Bürgerversammlung in Waldau: Wohnhaus des Scherbschen Hofes darf fallen

Denkmal wird abgerissen

Achim Albrecht

Waldau. Dem Abriss des Wohnhauses auf dem Scherbschen Hof in Waldau steht nichts mehr im Weg. Das sagte Kassels Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos) während der Bürgerversammlung im voll besetzen Saal des Waldauer Bürgerhauses. Eigentümerin Monika Becker zeigte sich erleichtert. Auflagen des Denkmalschutzes hatten einen Abriss bisher verhindert.

Eine Begutachtung durch die Bauaufsicht der Stadt Kassel ergab, dass die Schäden zu massiv sind, um das Gebäude weiter zu erhalten. Der bauliche Zustand des Gesindehauses auf demselben Anwesen an der Bergshäuser Straße müsse allerdings noch genauer untersucht werden.

Auch der denkmalgeschützte Hohmannsche Hof gegenüber dem Bürgerhaus soll jetzt auf den Prüfstand, sagte Lohse. Zusammen mit dem hauptamtlichen Magistrat um Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), Vertretern von Ämtern und Institutionen sowie Ortsvorsteher Joachim Bonn stand er den Waldauern Rede und Antwort. Friedhelm Alster forderte in puncto Denkmalschutz ein Umdenken: „Wir haben hier Bauernhöfe ohne Landwirtschaft.“ Denkmalschutz bis zum Tod der Gebäude könne nicht Sinn und Zweck der Sache sein, sagte er.

Zum Thema Lärmschutz im Bereich der Autobahn 49 Südtangente sagte Heiko Lehmkuhl vom Straßenverkehrsamt, dass die Sanierungsgrenzwerte nicht erreicht worden seien. Einzige Möglichkeit, den Lärmschutz zu verbessern, sei eine erneute Messung zu veranlassen.

Für den Bereich des Eisenbahngleises ins Güterverkehrszentrum im Industriepark versprach Hilgen, sich für die Prüfung eines zweiten Rangiergleises einzusetzen. Ebenso sagte er zu, Ortsvorsteher Joachim Bonn bei Gesprächen mit dem Eigentümer des Waldauer Einkaufszentrums zu unterstützen, um dort eine Verbesserung der Situation zu erreichen.

Zur künftigen Nutzung des ehemaligen Polizeireviers Kassel Ost informierte Ortsvorsteher Bonn, es gebe Hinweise, das Gebäude sei an die Diakonie verkauft worden. Beim hessischen Immobilien-Management habe er diesbezüglich allerdings noch keine Bestätigung erhalten. Befürchtungen, der für Waldau zuständige Streetworker solle abgezogen werden, entkräftete Stadträtin Anne Janz (Grüne). Achim Albrecht, pädagogischer Leiter der Offenen Schule Waldau, wollte wissen: „Bleibt der Streetworker Waldau erhalten?“ Der Jugendpfleger bleibe, sagte Anne Janz. Allerdings werde er künftig auch in anderen Stadtteilen eingesetzt. Man werde jetzt mit allen Beteiligten beraten, wie ein Teil seiner Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden könne.

Eine gute Nachricht für die Radfahrer: Der Gehweg auf der Fuldabrücke wird aller Voraussicht nach noch in diesem Sommer auch wieder von den Radlern genutzt werden können. „Wir versprechen, jetzt eine saubere Lösung zu finden“, sagte Lohse. Foto: Konrad

Von Mirko Konrad

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