Zukunft des Salzmann-Industriedenkmals: Rossing gibt keine Antwort

Kassel. Wie geht es mit dem Industriedenkmal Salzmann und mit den Kassel Huskies weiter? Dennis Rossing, Eigentümer von Salzmann und Mieter der Eissporthalle, hatte für Freitag Antworten angekündigt. Dann verlas er jedoch nur eine kurze Erklärung, Fragen der Journalisten waren nicht erlaubt.

Rossing sagte Sätze wie: „Durch die aktuelle Situation ist mir die Basis für weitere Maßnahmen mit zielführenden, unmittelbar zu treffenden, notwendigen Entscheidungen, insbesondere mit dem Eishockeysport, entzogen. (...) Handlungsbedarf bezüglich der beabsichtigten Investitionen besteht somit für mich aktuell nicht mehr.“ Was das bedeutet, verriet Rossing nicht.

Die so genannte Pressekonferenz mit Unternehmer Dennis Rossing dauerte gerade zehn Minuten. Dann war alles vorbei. Die Dokumentation einer denkwürdigen Veranstaltung:

DONNERSTAG Seit klar ist, dass es im Rathaus keine politische Mehrheit für den Umzug städtischer Ämter zu Salzmann gibt, verweisen Rossing und sein Architekt Hans-Uwe Schultze Journalisten auf Freitag. Dann wollen sie sich äußern. Ob es eine Pressekonferenz gibt oder eine Mitteilung verschickt wird, bleibt offen.

FREITAGMITTAG Gerüchte machen die Runde. Rossing werde sich am Abend auf einer Pressekonferenz äußern. Am Nachmittag besichtigt Schultze mit Vertretern von CDU und Grünen, die Rossing bisher die Unterstützung verweigert haben, die Eissporthalle. Mit dabei sind Konzertveranstalter, die darauf setzen, dass Rossing die Halle kauft und umbaut.

14.25 UHR Anruf bei Stefan Traut, Geschäftsführer der Eissporthallen-Betriebsgesellschaft und Vertrauter von Dennis Rossing. Stimmt es, dass am Abend eine Pressekonferenz stattfindet? Traut bestätigt: Ja, um 18 Uhr im Vip-Raum der Eissporthalle. Eine Einladung, wie sonst üblich, wird nicht mehr verschickt.

Im Wortlaut

Dennis Rossings Presseerklärung (PDF)

17.55 UHR
21 Journalisten haben sich eingefunden. Vor einer Wand, an der ein Trikot der Kassel Huskies hängt, steht ein Pult mit mehreren Mikrofonen. Ein einziges Namensschild deutet daraufhin, wer gleich sprechen wird: D. Rossing. Er ist gerade angekommen. Eine Journalistin vom Fernsehen bittet ihn um eine Stellungnahme fernab der großen Bühne. Rossing lacht, verweist auf seinen Auftritt, der gleich beginnen soll.

18.02 UHR Stefan Traut begrüßt die Anwesenden. Er moderiert jenen Film an, der seit Donnerstag im Internet zu sehen ist. Rossing äußert darin seine Enttäuschung über die Kommunalpolitik. Das Video dauert etwa fünf Minuten. Dann schreitet Rossing hinter das Pult.

Pressekonferenz: Dennis Rossing äußert sich zum Salzmann-Aus

18.07 UHR Rossing sagt, er werde nun eine Presseerklärung vorlesen. „In dieser ist alles gesagt.“ Damit wolle er Spekulationen den Raum nehmen. Er setzt seine Brille auf und liest die 30 Zeilen auf einem Din-A-4-Blatt vor. „Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit“, sagt er und verlässt das Pult.

18.12 UHR Traut bedankt sich und schließt die Pressekonferenz. Die Journalisten wundern sich. Schultze verteilt Ausdrucke der Pressemitteilung, die Rossing unterschrieben hat. War es das? Dürfen die Journalisten Fragen stellen? Nein. Schultze sagt: „Das, was zwischen den Zeilen steht, ist mehr als deutlich.“ Ein Journalist sagt: „Das hier geht ein in die Geschichte der denkwürdigsten Pressekonferenzen.“ (hai/hag/clm)

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Rossing lässt Pläne für Salzmann und Eissporthalle offen

In einer Internetbotschaft hatte sich Rossing am Donnerstag erstmals geäußert, seit bekannt ist, dass es für einen Umzug städtischer Ämter auf das Salzmann-Gelände keine politische Mehrheit gibt. Die Internetbotschaft finden Sie hier.

Mehr zum Thema gibt es auch am Samstag in der gedruckten Ausgabe der HNA.

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