Freibäder seit gestern für Besucher mit Voranmeldung, Test oder Bescheinigung geöffnet

Der Ansturm auf Kasseler Bäder bleibt noch aus

Konnte endlich wieder ihre Bahnen im Freibad Wilhelmshöhe ziehen: Heike Haschen gehörte gestern zu den ersten Besuchern.
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Konnte endlich wieder ihre Bahnen im Freibad Wilhelmshöhe ziehen: Heike Haschen gehörte gestern zu den ersten Besuchern.

Auf diesen Moment habe sie sich seit Monaten gefreut, sagt Heike Haschen. Sie hatte am Mittwoch Vormittag das exklusive Vergnügen, im Freibad Wilhelmshöhe nahezu ungestört ihre Bahnen ziehen zu können. Sonnenschein, angenehme Außentemperaturen und das Wasser auf 24 Grad vorgeheizt: besser geht es nicht. „Es ist einfach traumhaft“, sagt die begeisterte Schwimmerin.

Kassel. Doch nicht alle können sich uneingeschränkt über die durch Corona um sechs Wochen verspätete Öffnung der Bäder freuen. Vor dem Eingang des Wilhelmshöher Bades beschwert sich eine ältere Dame darüber, dass man sich nicht auch telefonisch anmelden könne. Denn ohne Anmeldung, einen aktuellen Test oder die Bescheinigung, dass man zweifach geimpft beziehungsweise nach einer Coronaerkrankung genesen ist, läuft hier nichts. „Wir setzen damit die eindeutige Empfehlung des Landes um“, sagt Ingo Pijanka, der Sprecher der Städtischen Werke.

Geimpft, getestet, genesen – das sind die Kriterien, die das Land Hessen zwar nicht vorschreibt, aber doch als sinnvoll erachtet. In der Außengastronomie sehen das viele anders, für die Schwimmbäder haben die Städtischen Werke die strengere Variante übernommen. Der Betreiber der Kasseler Bäder behielt die zuletzt kontinuierlich sinkenden Infektionszahlen im Blick und konnte nach der Freigabe für die Schwimmbäder sofort an den Start gehen.

Auch in Harleshausen. Hier gehörten Heidi und Andreas Börsing zu den Glücklichen, die gleich einen Onlinetermin bekommen haben. „Wir hatten heute Morgen das Becken eine Stunde für uns allein, das war herrlich“, sagt Heidi Börsing. Weil sie und ihr Mann am Abend zuvor für den Besuch im Biergarten vom Rondell an der Fulda einen 24 Stunden gültigen Test brauchten, konnten sie den gleich am nächsten Morgen für den Schwimmbadbesuch nutzen.

Zum Start der Saison gestern gab es aber auch kritische Stimmen. Für viele ältere Menschen, die entweder kein Internet haben oder mit dem Smartphone nicht so vertraut sind, sei die Online-Anmeldung unnötig kompliziert, so der Tenor. „Ich habe schon zahlreiche Rückmeldungen in dieser Richtung bekommen“, sagt Kuno Hottenrott, der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Wilhelmshöhe. Auch die Vorgabe für einen aktuellen Test werde kritisiert. Wer noch nicht zweimal geimpft sei und gern schwimme, habe dadurch einen erheblichen Aufwand. In den sozialen Medien wird das teilweise mit drastischen Worten kommentiert.

Kuno Hottenrott hofft darauf, dass die Anmeldeformalitäten in absehbarer Zeit gelockert werden. Bis zu einem annähernd normalen Schwimmbadbetrieb sei es ohnehin noch ein weiter Weg. Das gelte auch bei den sportlichen Angeboten für junge Leute. Beim Beachvolleyball stehe man zum Beispiel in den Startlöchern.

Noch gelten allerdings die am Dienstag veröffentlichten Vorgaben für die Anmeldung. Die ist unter kassel-baeder.de Zeitfenster im Internet möglich. Die Buchungszeiten wurden im Vergleich zum Vorjahr verlängert. Bezahlt werden kann mit Giropay und Paypal. Da die Bäder-Rabattkarten online nicht nutzbar sind, reduzieren die Städtischen Werke bei der Buchung und beim Kauf über das Internet die Preise um 20 Prozent. Und noch einmal der Hinweis: Über das Telefon kann man bisher keine Tickets kaufen. (Thomas Siemon )

Sie hatten das Becken in Harleshausen für sich allein: Heidi und Andreas Börsing.

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